Beleuchtungstechnik

Osram lässt Michelangelos Kunst noch schöner strahlen

Rom/München. Ein beeindruckender Blick! Die weltberühmten Kunstwerke der Sixtinischen Kapelle im Vatikan sollen bald für alle Besucher so klar und hell zu sehen sein wie auf diesem Bild – dank der neuen Beleuchtung des Münchner Unternehmens Osram. Die Aufnahme wurde während des Probebetriebs gemacht.

Papst Franziskus will in diesem Jahr die mit moderner Lichttechnik ausgerüstete Kapelle offiziell wieder eröffnen. Der genaue Termin steht aber noch nicht fest. Dann werden die Deckenfresken des Künstlers Michelangelo zehnmal heller als bisher erstrahlen – und das bei einem Energieverbrauch, der um mehr als die Hälfte niedriger ist.

60 Leuchten mit 7.000 LEDs erhellen die Meisterwerke

„Der Besucher wird denken, dass das Licht durch die Fenster in die Kapelle gelangt“, erklärt Projektleiter Mourad Boulouednine von Osram. Eine Herausforderung, die das Unternehmen mithilfe von 60 Leuchten gelöst hat. Diese bestehen aus insgesamt rund 7.000 Leuchtdioden, den sogenannten LEDs.

Jeder, der sich schon einmal mit den täglich etwa 15.000 Besuchern durch die Kapelle geschoben hat, weiß, wie düster es dort ist. Damit soll nun Schluss sein. Dank intelligenter Lichtlenkung werden die 500 Jahre alten Meisterwerke wie Michelangelos „Erschaffung Adams“ gleichmäßig ausgeleuchtet – und ohne die Betrachter zu blenden.

Mit vier Partner-Unternehmen hat Osram das Farbspektrum jeder Leuchte an die Farben der Gemälde angepasst. Dazu haben die Experten an 280 Punkten gemessen, welche Helligkeit und Lichtfarbe jeweils ideal ist. „Das Ergebnis ist ein maßgeschneidertes Unikat“, sagt Osram-Physiker Boulouednine. Und obwohl künftig mehr zu sehen ist, werden die Kunstwerke weniger geschädigt, weil die Lösung mit LEDs weniger ultraviolette und infrarote Strahlungsanteile hat als herkömmliches künstliches Licht.

Vorreiter für das Lichtkonzept in der Sixtinischen Kapelle war die Beleuchtung in einem Münchner Museum, dem Lenbachhaus. Dort lässt sich das Licht je nach Ausstellung an die Gegenstände anpassen. In der weltberühmten Kapelle in Rom ist das nicht nötig.


Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang