Technik-Berufe

Orientierungshilfe mit Knalleffekt


„Ausbildungs-Navi“: Wie die MAPA GmbH qualifizierten Nachwuchs gewinnt

Zeven. Für Annika, Johanna und Antonia ist es Zeit, sich nach einem Platz umzusehen: Nächstes Jahr steht für die drei Neuntklässlerinnen der Carl-Friedrich-Gauß-Realschule Zeven (zwischen Hamburg und Bremen) das Schulpraktikum an. Da kommt das „Ausbildungs-Navi“ gerade recht.

„Wie der Titel andeutet – wir wollen Orientierung bei der Berufswahl geben und potenzielle Ausbildungsplatz-Bewerber ansprechen“, sagt Heinrich Krange, Personalleiter der MAPA GmbH. Und: „Spaß und Action sollen dabei nicht zu kurz kommen.“ Dafür sorgen an diesem Nachmittag die 33 Azubis des kautschukverarbeitenden Unternehmens, eines führenden Herstellers von Baby-Artikeln, Kondomen, Schwämmen, Tüchern und Haushaltshandschuhen.

Die Azubis haben sich intensiv auf diesen Nachmittag vorbereitet, die Veranstaltung bis ins Detail geplant und organisiert. Jessica Homann aus der Personalabteilung hat sie unterstützt und ist von ihrem Elan begeistert: „Die jungen Leute sind mit viel Engagement dabei!“

Sie haben Infostände aufgebaut, eine Rallye mit den MAPA-Produkten entwickelt und viele weitere Ideen umgesetzt. Sogar musikalisch haben sie’s drauf: Zwei spielen in der Rockband „Pure Tonic“, die vor allem bei den weiblichen Gästen super ankommt.

Interessant? „Aber sicher!“

Vor allem an den Infoständen herrscht Gedränge – etwa an der von Azubis selbst gebauten Berstmaschine für Kondome. Wie viel Liter Luft passen wohl in ein Präservativ? Die Antwort: Viel mehr, als die meisten denken. Unterdessen sind Annika, Johanna und Antonia in der Produktionshalle für Trinkflaschen und Sauger unterwegs. Von der Auszubildenden Kyra Hülsebusch, einer angehenden Verfahrensmechanikerin für Kunststoff- und Kautschuktechnik, erfahren sie, wie der Deckel auf die Flasche kommt und was ein Verfahrensmechaniker überhaupt tut. Interessant genug, um hier ein Praktikum zu beginnen? Die Frage wird mit einem lachenden „Aber sicher!“ beantwortet.

MAPA hat das Ausbildungs-Navi gemeinsam mit drei weiteren Zevener Firmen organisiert: DMK, Lisega und MT-Energie. Sie alle zählen in der norddeutschen Kleinstadt zu den großen Ausbildungsbetrieben. Allein MAPA bietet jährlich zehn Ausbildungsplätze zum Industriemechaniker, Elektroniker, Verfahrensmechaniker, Industrie- und Informatikkaufmann. Zwar gab es bisher noch keine Probleme, sie zu besetzen, doch der demografische Wandel sei schon spürbar, berichtet Personalleiter Krange. „Wir müssen uns auf sinkende Bewerberzahlen und starken Wettbewerb um den Nachwuchs einstellen.“

Manche bewerben sich spontan

So ist das Unternehmen auf Jobmessen, in Schulen und Ausbildungsplatzbörsen präsent. Krange hat zudem zahlreiche Kontakte zu Kammern, Verbänden und Unternehmen geknüpft, um das Thema stetig weiterzuentwickeln. „Wir müssen am Ball bleiben und unser Image bei Jugendlichen, Eltern und Lehrern pflegen“, betont Krange.

Dabei poliert das Ausbildungs-Navi kräftig mit. Besuchern wie Auszubildenden ist der Spaß jedenfalls deutlich anzumerken. Am Ende des Nachmittags zieht Personalerin Homann Bilanz: „Wir haben fast 600 Besucher gehabt, viel mehr, als erwartet. Und das Beste: Einige Jugendliche haben sogar schon heute ihre Bewerbung abgegeben.“


 

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