Verpackung

Online-Handel: Aus Maschinen von BHS Corrugated kommt die Pappe für die Pakete

Weiherhammer. Christian Engel freut sich über jedes Päckchen. Nicht nur an Weihnachten. Denn jede Schachtel bedeutet Verpackungsmaterial. Und das kommt aus seinen Maschinen.

Engel ist Geschäftsführer der Firma BHS Corrugated im oberpfälzischen Weiherhammer, dem weltgrößten Hersteller von Anlagen zur Wellpappen-Produktion. Mit seinem Bruder Lars führt er in zweiter Generation das Familienunternehmen, dessen Wurzeln auf das Jahr 1717 zurückreichen. Und BHS Corrugated packt die Zukunft an: 45 Millionen Euro investiert man in einen neuen Gebäudekomplex mit Fertigung und Büros. „In einer integrierten Fabrik rücken Entwickler, Produktion und Vertrieb zusammen“, erklärt Christian Engel. 2017, zum 300. Firmengeburtstag, soll alles fertig sein.

Die Firma spürt Rückenwind: Wegen des Onlinehandels steigt die Nachfrage nach Wellpappe und damit auch nach ihren Maschinen. Sie machen aus Papier, Leim, Dampf und Energie die verstärkte Pappe mit den Rillen. „Zweimal um den Äquator könnte man die Jahresproduktion einer einzigen Anlage wickeln“, rechnet Engel vor. Und er betont: „Wellpappe ist recycelbar.“

Statt in Standmontage gleiten die Maschinen von Station zu Station

Das Herzstück der Anlage sind rotierende Riffelwalzen: Im „Modul Facer“ drehen sie sich, auf Rollen montiert, mit hoher Geschwindigkeit im Kreis – und dazwischen wird das mit Dampf erhitzte Papier in Form gepresst. So entsteht die charakteristische Welle.

Auf jede Welle kommt ein Tupfen Leim, der die Deckschicht fixiert. Dann wird die Pappbahn abgekühlt und zurechtgeschnitten. Meist genügt eine Lage Pappe. Zum Verpacken von empfindlichen Lebensmitteln, Elektronik oder Maschinen nimmt man aber zwei oder drei.

Und die Investition wird hier viel verändern: Statt wie bisher nach drei Wochen werden die Modul Facer künftig in drei Tagen fertig. Bisher entstehen sie in Standmontage, ab 2017 gleiten sie von Station zu Station, die jeweils mit einer ausgeklügelten Vormontage bestückt sind.

Und den Regenschirm, auf dem weitläufigen Außengelände bisher unverzichtbar, können die Mitarbeiter bald wegpacken. Im neuen Gebäude kreuzen sich die Wege im Trockenen. Und ganz bewusst, sagt Engel: „Statt E-Mails zu schreiben, sollen unsere Mitarbeiter wieder häufiger direkt miteinander reden.“


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