Ausbildung

Okan Aydinli hat bei Kaco eine Zukunft


Der Automobil-Zulieferer gibt auch Jugendlichen eine Chance, die Hilfe brauchen

Heilbronn. Der junge Mann spannt gerade ein Metallstück in die Drehmaschine ein. In seiner Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker lernt er, einzelne Teile zu fertigen, die später in komplexen Werkzeugmaschinen zum Einsatz kommen.

Bei dem Automobil-Zulieferer Kaco in Heilbronn sieht Okan Aydinli (20) seine Zukunft: „Es wäre super, wenn mich der Betrieb übernimmt“, sagt er zuversichtlich. Dabei war seine Lage vor Beginn seiner Ausbildung nicht gerade rosig. Mit „mittelmäßigen Noten“ an der Hauptschule hatte er kaum Aussichten auf eine Lehrstelle.

Kaco gab ihm eine Chance. Das Unternehmen der Sabó-Gruppe will schon aus sozialer Verantwortung solchen Jugendlichen eine Ausbildung ermöglichen. „Mindestens einer der 15 bis 20 Jugendlichen, die wir jedes Jahr einstellen, wird über einen Bildungsträger vermittelt“, sagt Personalleiter Helge Burgbacher.

„Jeder hat seine Stärken“

Diese Bildungsträger unterstützen junge Menschen, die es besonders schwer haben, den Sprung in die Arbeitswelt zu schaffen, etwa weil sie nur einen schlechten Schulabschluss vorweisen können.

Gefordert ist jedoch in erster Linie der Ausbildungsbetrieb: Kaco tut viel dafür, um auch die Schwächeren ins Team zu integrieren.

Die Azubis sollen sich untereinander helfen, so lautet das Ziel. „Das kommt allen zugute“, sagt der Leiter der Lehrwerkstatt Volker Gebhardt. „Keiner wird ausgeschlossen“, bestätigt Sergio Tola, Jugendvertreter und angehender Werkzeugmechaniker im zweiten Lehrjahr.

„Jeder hat eben seine Stärken“, meint der junge Mann und blättert dabei in einem Plan für ein Stanzwerkzeug, das er bauen soll.

Die Werkzeuge für die Produktion von Dichtungen werden bei Kaco selbst hergestellt und in Standmaschinen eingebaut.

 

Für die Werkzeugproduktion wie auch zur Bedienung der Maschinen werden Fachkräfte mit unterschiedlichen Qualifikationen gebraucht. Das hat Personalchef Burgbacher bei der Auswahl seiner Azubis bereits im Blick.

Rund 50 Lehrlinge hat Kaco bei 515 Beschäftigten in Deutschland und 1.200 weltweit. Damit liegt die Ausbildungsquote zwar leicht über dem Bedarf des Unternehmens, doch Kaco leistet sich das auch mit Blick auf die Zukunft. Denn der Mittelständler konkurriert mit klangvollen Namen wie Audi oder BMW um den knapper werdenden Nachwuchs.

Lehrlinge erringen viele Preise

Dass sich der Spezialist für Dichtungen in Motoren und Getrieben nicht verstecken muss, zeigen die zahlreichen Auszeichnungen: Von 30 Auszubildenden haben zuletzt 18 einen Preis oder eine Belobigung erhalten. Künftig will Burgbacher noch mehr dafür tun, um junge Bewerber für Kaco zu begeistern.

Denn das Geschäft brummt: Die Delle nach der Krise haben die Heilbronner längst aufgeholt. Nach einem Umsatz von 120 Millionen Euro in diesem Jahr rechnet Kaco auch 2012 mit einem zweistelligen Plus.

Die Azubis müssen sich also keine Sorgen machen. „Wer engagiert ist, hat bei uns die besten Chancen“, versichert Burgbacher.

 

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang