Nachwuchs

Ohne Duft und Eselsohren


Tipps von Profis: So bewirbt man sich um eine Ausbildung

Endlich geschafft: Schule ade! Doch jetzt geht es erst richtig los: Wie schafft man den Sprung ins Berufsleben? Was müssen angehende Auszubildende heute können? AKTIV hat bei Unternehmen nachgefragt, was sie erwarten.

Die Bewerbung

„Die Bewerbungsmappe ist die Visitenkarte“, sagt Uwe Seehaus, Personalleiter beim Weinheimer Wursthüllen-Hersteller Naturin Viscofan. „Es macht einen Unterschied, ob ich eine ordentliche Mappe oder eine Loseblattsammlung einreiche.“ Was gar nicht geht: „Ein Urlaubsschnappschuss als Bewerberfoto!“ Ein dickes Minus gibt es zudem für Rechtschreibfehler im Anschreiben.

Vor kopierten „Standardfloskeln“ warnt Enrico Moses, Ausbildungsleiter beim Stuttgarter Bauchemie-Konzern Sika: „Da zeigt sich, wie ernst es dem Bewerber tatsächlich  ist.“

Ein „vernünftiges Zeugnis“ erwartet Personalreferentin Cordula Orth-Petry bei Jungbunzlauer in Ladenburg, Hersteller von Zusatzstoffen für die Nahrungsmittel- und Pharma-Industrie. Am besten  noch zwei vorherige Zeugnisse mitschicken: „Das ergibt ein umfassenderes Bild. Manchmal hat man ja zwischendurch einen Hänger.“

Pluspunkte gibt es für Praktika oder Ferienjobs: „Diese Bewerber haben schon mal einen Betrieb von innen gesehen und wissen, was auf sie zukommt“, so Moses.

 

Der Einstellungstest

Bei Naturin warten Lückendiktat und Rechenaufgaben. Angehende Kaufleute nehmen am „Assessment Center“ teil. Hier simuliert man berufsnahe Situationen wie Präsen­tationen und Projektarbeit.

Generell gilt in diesem Unternehmen: Neben den Fachaus­bildern geben auch die Azubis ihr Urteil über die Bewerber ab.

Schulwissen ist bei Jungbunzlauer gefragt: „Auf Bildung und den gesunden Menschenverstand vertrauen wir mehr als auf Noten“, sagt Orth-Petry.

Sika setzt im gewerblich-technischen Bereich auf Probe-Arbeitstage: „Da merkt ein Bewerber, ob der Beruf wirklich etwas für ihn ist“, so Moses. „Und wir sehen schnell, ob jemand ins Team passt.“

Das Bewerbungsgespräch

Dort geht es um Interessen und Hobbys: „Wir wollen die jungen Leute so kennenlernen, wie sie sind“, betont Seehaus. „Also bitte nicht verstellen!“

Gut macht sich soziales Engagement von der Schülervertretung über den Sportverein bis hin zur Feuerwehr. „Da merken wir, dass sich jemand einbringt“, so der Personalchef. Vorteile hat, wer sich vorab die Website des Unternehmens ansieht und die Produkte kennt, findet Orth-Petry. Und: „Im Gespräch ruhig nachfragen, wenn man etwas nicht versteht. Das signalisiert Interesse.“

Der „Insider-Tipp“

„Dezentes Deo oder Parfüm verwenden. Weniger ist manchmal mehr“, rät Orth-Petry. Und an den Umgangsformen feilen: „Manche melden sich am Telefon nicht mal mehr mit ihrem Namen.“ Gut vorbereiten, meint Seehaus: „Es genügt nicht zu sagen ‚Ich lese gerne‘, wenn man nicht wenigstens ein Buch nennen kann.“

„Erst mal herausfinden, was man werden will“, sagt Moses. Dafür eignen sich Berufsfindungstage oder Ausbildungsmessen.

Mehr Infos unter www.chemie4you.de

Info: Online bewerben?

„Auf jeden Fall, aber rechtzeitig. Am besten ein Jahr vor Beginn der Ausbildung“, rät Elke Schwing, Leiterin der Ausbildungsabteilung bei Roche Diagnostics in Mannheim.

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Schlagwörter: Bewerbung

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