Menschen

„Oft wird man anfangs belächelt“


Hannah Köppen: Die versierte Projektleiterin entwickelt Verfah­ren zur Herstellung von Kautschuk-Mischungen. Foto: Freudenberg

Ein Beispiel von vielen: Diese Frau steht in der Industrie ihren Mann

Weinheim. Die Auto-Hersteller und ihre Zulieferer gelten nach wie vor als Männerdomäne. Dabei haben Frauen längst bewiesen, dass sie auch hervorragend in technischen Berufen ihren Mann stehen. Ein Beispiel ist Hannah Köppen (31), Mitarbeiterin bei Freudenberg Forschungsdienste.

Die promovierte Maschinenbauerin arbeitet an neuesten Innovationen für die Automobil-Industrie im Bereich der Verfahrenstechnik. Das Faible für Naturwissenschaften wurde bei ihr schon im Elternhaus geweckt: Vater und Mutter sind Ingenieure.

Flexible Arbeitszeiten sind hilfreich

Am Beispiel ihrer Mutter, einer Feinmechanikerin, hat sie erkannt: Ein technischer Beruf muss keineswegs laut und dreckig sein.

Als Projektleiterin in der Verfahrenstechnik beschäftigt sich die junge Frau unter anderem mit Verfahren zur Herstellung von Kautschuk-Mischungen, die in O-Ringen oder Dichtungslösungen eingesetzt werden. Ein Projekt während ihrer Promotionszeit brachte sie mit dem Unternehmen Freudenberg zusammen.

„Wenn ein Betrieb qualifizierte Frauen gewinnen will“, erklärt sie, „muss die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gegeben sein.“ Dank der flexiblen Arbeitszeiten könne sie gut zwischen Schreibtisch und Privatleben balancieren.

„Ich bin der Meinung, dass gemischte Teams die beste Arbeit leisten“, sagt Köppen. Sie müsse oft gegen das Vorurteil ankämpfen, Frauen seien nicht so kompetent wie Männer. Es fehle das Bewusstsein, dass sie diesen Beruf genauso gut ausüben. „Oft wird man anfangs belächelt – erst durch gute Leistung wird man ernst genommen.“

 

 

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