Vorhang-Garnituren aus NRW als Export-Schlager

Ob Gardinenstangen, Halterungen oder Endstücke: Büsche liefert in 50 Länder

Neuenrade. Es sieht so einfach aus! Wladimir Voth nimmt ein Metallstück, hält es an die rotierende Schleifscheibe. Bewegt es leicht hin und her – und Sekunden später landet es makellos in der Kiste. Kann jeder? Von wegen! „Das erfordert viel Fingerfertigkeit“, sagt der Polierer. Auf den richtigen und gleichmäßigen Druck komme es an: Ein bisschen zu viel oder zu wenig, und die Teile hätten eine Macke. Das geht gar nicht.

Was Voth und seine Kollegen bei der Firma Büsche produzieren, ist schließlich später an exponierter Stelle zu sehen. Das Neuenrader Unternehmen (57 Mitarbeiter) fertigt vor allem Vorhanggarnituren: Halterungen und Endstücke für Stangen von barock über elegant bis modern sowie Raffrosetten, die den Vorhängen seitlich Halt geben.

Es sind hochwertige Stücke aus Messing, Edelstahl, Aluminium und Schmiedeeisen, die über den Fachgroßhandel vertrieben werden. Sie schmücken Privatwohnungen ebenso wie Hotels und Geschäftsräume. Und das zunehmend im Ausland. „Wir liefern in über 50 Länder. Der Exportanteil liegt bei 55 Prozent“, sagt Geschäftsführer Fernando Sanchez. Selbst nach Amerika und Asien werden die Deko-Teile geliefert.

Abgraten, drehen, schleifen, polieren, mattieren, vernickeln, verchromen, bürsten, lackieren: Das Unternehmen treibt einen großen Aufwand, um aus einem simplen Metall- oder Gussteil schmucke Deko-Elemente zu machen. „Die Farben- und Oberflächenvarianten sind schier unendlich“, sagt Sanchez. Aufgrund der Kombinationsmöglichkeiten liegt die Zahl der Produkte bei 20.000! CNC-Drehmaschinen, Schleifroboter und Polierautomaten haben einen Teil der Arbeit übernommen, aber gerade bei Kleinserien oder besonderen Formen sowie bei der Montage ist Handarbeit gefragt. „Die Oberflächenbearbeitung ist sehr aufwendig. Da gibt es viele Tricks und Kniffe“, weiß der Geschäftsführer.

Ulrich Bremser beherrscht so einen: Er lässt Messing alt aussehen. Dafür werden die geschliffenen und mattierten Teile unter anderem brüniert, also sekundenlang in ein Färbemittel getaucht. „Da zählt das Know-how. Jedes Stück ist ein Unikat“, sagt er. Nicht ständig, aber doch regelmäßig verlangen Kunden nach „gealterten“ Produkten.

Dabei fertigt Büsche nicht nur Vorhanggarnituren. Sondern auch Dreh- und Frästeile etwa als Zubehör für Sanitäreinrichtungen sowie Leuchtenteile oder Tankstutzen für Oldtimer. „10 Prozent unseres Umsatzes haben nichts mit Fenstern zu tun“, erklärt Sanchez. Diese Sparte möchte er noch ausbauen. Gerade wurden 2 Millionen Euro in eine neue Produktionshalle und in Drehautomaten investiert.

Das Unternehmen entwickelt übrigens alle seine Deko-Modelle selbst. Und da spielen nationale Vorlieben eine große Rolle. „In den USA gibt es große Fenster und schwerere Stoffe. Da brauchen wir größere Durchmesser“, erklärt Sanchez.

Die neueste Entwicklung – ein motorgetriebener Vorhang, der sich bei kurzer Berührung öffnet – hat es hierzulande schwer, im Ausland aber großen Erfolg. Wie die Stangen mit den Swarowski-Kristallen oder Murano-Glas an den Endstücken. Die werden besonders gern in Osteuropa aufgehängt.


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