Schiffbau

Norddeutsche Werften feiern Elefanten-Hochzeit

Paukenschlag für die deutschen Schiffbauer: Die Werftengruppe Nordic Yards hat einen neuen Eigentümer bekommen. Künftig gehört sie zum malaysischen Genting-Konzern, der vor wenigen Wochen erst die Lloyd-Werft in Bremerhaven übernommen hatte.

Die asiatische Holding, die den Kauf über ihre Tochter Genting Hong Kong abwickelte, zahlte nach offiziellen Angaben einen Preis von 230 Millionen Euro und erhält dafür die Nordic-Yards-Standorte Wismar, Rostock und Stralsund.

Nach Abschluss der Übernahme sollen die erworbenen Standorte in der Lloyd Werft Group gebündelt werden, die insgesamt rund 1.700 Mitarbeiter beschäftigen wird.

Genting Hong Kong ist bereits seit über 20 Jahren im Kreuzfahrtgeschäft aktiv. Zum Konzern gehören unter anderem Star Cruises und eine Beteiligung an Norwegian Cruise Line. 2015 wurde zudem Crystal Cruises übernommen.

Mit dem überraschenden Einstieg in Deutschland soll nach Auskunft von Vorstandschef Tan Sri Lim Kok Thay sichergestellt werden, dass das Unternehmen in den nächsten Jahren fristgerecht und kostengünstig neue Kreuzfahrtschiffe erhält.

Hintergrund: Besonders in China wächst die Nachfrage nach Kreuzfahrtreisen derzeit rasant. Die Auftragsbücher der Werften sind jedoch bereits so voll, dass Genting Engpässe befürchtet. Daher will das Unternehmen nun erstmals Schiffe in Eigenregie fertigen. In Deutschland sollen zunächst vier große Kreuzfahrt- und vier Flusskreuzfahrtschiffe gebaut werden.

Das Echo auf die Übernahme fiel überwiegend positiv aus. Der bisherige Nordic-Eigner Witali Jussufow betonte, seine Forderung zur Übernahme aller 1.400 Beschäftigten in Wismar, Rostock und Stralsund werde erfüllt.

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe äußerte sich zuversichtlich und sprach von einer „guten Nachricht für alle Beschäftigten und ihre Familien“. Er bewertet den Einstieg der Asiaten als „eine einmalige Chance“.


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