Neuentwicklung

Noch mehr Tabletten aus Bitterfeld


Bayer Bitterfeld stellt zwei neue Aspirin-Medikamente her

Bitterfeld. Eigentlich ist nur Aspirin in der Schachtel, die Christian Schleicher zeigt. Aber der Geschäftsführer von Bayer Bitterfeld ist trotzdem stolz. Dieses Medikament ist neu, wirkt viel schneller als bisher. Der Grund: „Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure wird durch eine neuartige Zusammensetzung der Tablette viel schneller freigesetzt und im Körper aufgenommen“, erklärt Schleicher den Effekt.

Einige Jahre hat ein Team amerikanischer Bayer-Forscher an dem Produkt gearbeitet. Seit kurzem wird es in Sachsen-Anhalt produziert. Nach einem patentierten Verfahren, das auf die sogenannte Trockengranulation setzt. Dabei werden alle Inhaltsstoffe der Tablette so lange unter Druck miteinander verarbeitet, bis sie sich nicht mehr entmischen können. Der Vorteil: weniger Arbeitsschritte als bisher und geringerer Energieverbrauch.

Schon 750 Millionen Euro investiert

Im Werk Bitterfeld werden im Jahr etwa acht Milliarden Tabletten für insgesamt 360 verschiedene Medikamente hergestellt. Neuerdings gehört dazu auch ein weiteres, pulverförmiges Aspirin. Das Medikament lässt sich wie Brausepulver ohne Wasser einnehmen.

7 Millionen Euro investiert Bayer in diesem Jahr. „Damit summieren sich alle Investitionen von Bayer am Standort Bitterfeld in den letzten 20 Jahren auf mittlerweile 750 Millionen Euro“, berichtet Schleicher. Heute steht hier das nach Bayer-Angaben „produktivste Pharmawerk der Welt“. Und es gibt weitere – zum Teil aus Bayer hervorgegangene – Produzenten in Bitterfeld, unter anderem für Lackharze, Methylcellulose, Ionenaustauscher sowie Mem­branfilter für die Wasserreinigung.

Insgesamt 800 Arbeitsplätze bietet der 53 Hektar große Industriepark. In der nächsten Zeit kommen wohl weitere hinzu: Bayer setzt auf Bitterfeld, verspricht Geschäftsführer Schleicher, und er sei sicher, „bald weitere gute Nachrichten zu verkünden“.


 

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