Qualität

Noch genauer als haargenau


Die Lehren-Manufaktur P. Müller sorgt für höchste Mess-Präzision

Roßdorf. Ganze 0,05 Millimeter: So dünn ist ein Menschenhaar. Viel zu dick ist dieses Maß für die Qualitätsansprüche der Spezialisten in Roßdorf bei Darmstadt. Hier stellt die P. Müller GmbH – kurz PM – Präzisionswerkzeuge her.

„Bei uns geht es noch viel genauer, unser Maß ist das halbe µ“, sagt Geschäftsführer Alfred Burzan. Ein µ, ein Mikrometer, entspricht 0,001 Millimeter. Und auf diesen Punkt genau messen die Lehren von PM.

Die Lehren, die knapp 40 Mitarbeiter hier entwickeln und produzieren, stimmen auf den Mikrometer genau und helfen anderen Unternehmen bei der Jagd nach der Null-Fehler-Quote. Auf mehr als 100 Jahre Erfahrung baut das Unternehmen dabei auf, das Burzan mit seinem Kollegen Thomas Breitwieser leitet.

Ganz einfach zu bedienen

Die Kunden gehören zur Automobil-Industrie, dem Maschinen- und Formenbau sowie der Luftfahrt und Medizintechnik. Zum Einsatz kommen die Messwerkzeuge an Produktionsmaschinen und in der Endkontrolle als Prüfmittel, die ganz einfach zu bedienen sind.

„Wo immer präzise und effizient gearbeitet werden soll, muss es auch Prüfinstrumente geben, die ohne großen Aufwand zu handhaben sind“, erläutert Breitwieser. Denn Kontrollen im Labor mithilfe moderner Lasertechnik sind aufwendig, sie kosten Zeit und Geld. Zudem brauchen die Werker in der Regel eine Zusatzausbildung.

„Eine Lehre kann dagegen jeder handhaben und direkt am Arbeitsplatz überprüfen, ob das gerade produzierte Teil auf den Mikrometer genau stimmt, egal ob es um Bohrtiefe, Abmessungen oder Gewinde geht“, betont Burzan.

Für jedes Messproblem wird in Roßdorf das passende Messwerkzeug entwickelt. In der Medizintechnik zum Beispiel werden winzig kleine Lehren benötigt

Geht es um komplexe Teile mit mehreren zu überprüfenden Stellen, empfehlen die Experten von P. Müller Sondervorrichtungen. „Mit wenigen Handgriffen lassen sich damit Fräs- und Dreharbeiten auch an komplizierten Teilen prüfen“, sagt Breitwieser. Werkzeugmacher Günter Adelsberger ist seit mehr als 40 Jahren bei P. Müller und war durch seine Messwerkzeuge indirekt am Bau der Ariane-Rakete beteiligt: „Andere Betriebe richten sich nach dem, was wir hier produzieren, also müssen wir einfach Spitzenqualität liefern. Sonst hätten die doch gar keine Chance, ihre Qualitätsziele zu erreichen.“

Als Rentner immer noch dabei

Sein Kollege Dieter Hörr ist schon 70 Jahre alt und seit fünf Jahren in Rente. Trotzdem hilft er immer noch gerne aus. Seit seinem Start im Jahr 1957 hat sich viel verändert. „Aber unser Umgang mit dem µ, die Liebe zur Präzision, ist immer gleich geblieben.“

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