Rente mit 67

Noch ein steiniger Weg ...


Umfrage zeigt auch Defizite in Sachen Weiterbildung auf

Frankfurt/Köln. Nur noch drei Monate, dann ist es so weit: Anfang 2012 beginnt die schrittweise Einführung der Rente mit 67. So richtig gewöhnt haben wir uns daran aber noch nicht, wie jetzt eine Umfrage aufzeigt. Mehr als die Hälfte der Teilnehmer erwartet, dass ihr eigenes Berufsleben spätestens mit 63 zu Ende geht.

„Da stimmt die persönliche Lebensplanung nicht mit den demografischen Fakten überein“, sagt Volker Fasbender, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU), zu diesem Ergebnis. „Die Zeit der Frühverrentung ist vorbei! Die Unternehmen brauchen jeden qualifizierten Arbeitnehmer – das Alter wird immer weniger eine Rolle spielen.“

Bundesweite Umfrage

Weil auf Dauer jeder bis 67 an Bord bleiben soll, wird laufende Weiterbildung noch wichtiger. Auch darum ging es in der Umfrage: Im Auftrag der hessischen Wirtschaft hatten die „Frankfurter Rundschau“ und die Wirtschaftszeitung AKTIV bundesweit die Leser aufgefordert, Erfahrungen und Einschätzungen anonym zu Protokoll zu geben. Rund 600 Teilnehmer zwischen 20 und 65 nutzten diese Chance.

Die Ergebnisse sind damit zwar nicht repräsentativ, werfen aber interessante Schlaglichter auf das wichtige Thema. So gaben immerhin drei Viertel der Teilnehmer an, in den letzten fünf Jahren neue berufliche Fähigkeiten oder Kenntnisse erworben zu haben.

Für Experten verblüffend war die Angabe, wie dazugelernt wird: Mit Abstand an erster Stelle wird das „Lernen im Arbeitsprozess“, also ohne besondere Schulung, genannt. „Das zeigt, dass sich die Arbeitswelt grundlegend geändert hat“, meint Fasbender, „Arbeitnehmer sind heute mehr gefordert, sich den Entwicklungen anzupassen.“

Angebote erreichen nicht alle

Die betriebliche Weiterbildung etwa durch Seminare hat laut Umfrage knapp jeder Zweite genutzt. Aber mehr als die Hälfte der Befragten fühlt sich durch die entsprechenden Angebote der eigenen Firma nicht angesprochen. Zum Beispiel, weil sie „nicht relevant“ seien oder sich nur an jüngere Teilnehmer richteten. „Da gibt es also noch etwas zu verbessern“, mahnt Fasbender.

Übrigens: Dass die Botschaft der Rente mit 67 beim Nachwuchs schon besser angekommen ist, zeigt eine zweite Umfrage aus Hessen. Fast 400 berufsbegleitend Studierende der privaten „FOM Hochschule für Oekonomie & Management“ nahmen teil, im Schnitt 27 Jahre jung. Hier erwarteten vier von zehn Befragten, dass ihr Berufsleben sogar erst jenseits des 67. Geburtstags endet ...

Die kompletten Ergebnisse der AKTIV-Umfrage

 

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