Weltmarktführer

Nimm's leichter


Alu-Schrauben von Ribe bringen Gewichtsvorteile

Schwabach. Die Teile sind relativ klein, aber keinesfalls zu unterschätzen: Schrauben halten vieles zusammen – Möbel, Autos, Flugzeuge oder ganze Fassaden von Hochhäusern.

Ein Spezialist für ihre Entwicklung und Produktion ist die Richard Bergner Holding GmbH & Co. KG (Ribe) in Schwabach bei Nürnberg. Im Marktsegment der sogenannten hochfesten Aluminium-Schrauben ist Ribe sogar Weltmarktführer.

Die Alu-Produkte sorgen für besonders stabile und lang haltbare Verbindungen. Und ihr entscheidender Vorteil im Vergleich mit Stahlschrauben: Sie sind leichter – um etwa zwei Drittel bei gleicher Größe. Da die Aluminium-Teile höheren Zugkräften widerstehen, dürfen sie kürzer sein. Auch das senkt das Gewicht.

„Gefragt sind diese Produkte vor allem in der Automobil-Industrie“, berichtet Frank Bergner, der geschäftsführende Gesellschafter von Ribe. In einem größeren Getriebe lasse sich so ein halbes Kilogramm Gewicht einsparen. Auch im Motor, in Bremsen und an Achsen kommen die Alu-Schrauben zum Einsatz.

Weniger Gewicht bedeutet einen geringeren Verbrauch von Kraftstoff. Freilich kommt es auch auf die Sicherheit an. „Die Anforderungen an die Qualität unserer Schrauben sind deshalb sehr hoch“, sagt Bergner. „Da darf nichts passieren.“

Trotz Krise eine neue Produktionslinie gebaut

Die Verbindungstechnik muss nicht nur starken Belastungen standhalten, sondern auch hohen Temperaturen – etwa im und am Motor. Auch in Formel-1-Flitzern stecken Produkte von Ribe.

Alu-Schrauben in Serie produziert das Unternehmen, das im Mai seine Gründung vor 100 Jahren feiert, erst seit 2005. Und noch ist der Umsatz mit klassischen Stahlschrauben höher.

„Aber wir sind dabei, in enger Zusammenarbeit mit der Automobil-Industrie immer mehr Anwendungen für die Alu-Schrauben zu entwickeln“, erzählt Bergner. Um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden, hat Ribe in den vergangenen zwei Jahren eine neue Aluminium-Produktionslinie aufgebaut. Trotz der Konjunkturkrise, die auch den mittelfränkischen Autozulieferer 2009 getroffen hatte.

2010 ist der Umsatz aber wieder gestiegen: auf mehr als 140 Millionen Euro – von 114 Millionen im Vorjahr. Für 2011 ist der neue Rekordwert von 158 Millionen Euro geplant. Bergner hat allen Grund zum Optimismus: „Unser Auftragsbestand ist so hoch wie noch nie.“

Allerdings trüben die gestiegenen Rohstoffpreise und der Preisdruck auf die eigenen Produkte die Freude. „Aber die guten Nachrichten überwiegen.“ Das verdankt Ribe auch den immer beliebteren Alu-Schrauben.

Info: Ribe

Außer Schrauben gehören zum Produktprogramm technische Federn, zum Beispiel für Schiebedächer und Sitzgurte, sowie Elektro-Armaturen für Bahn-Oberleitungen und für Hochspannungsfreileitungen.

Die Unternehmensgruppe beschäftigt mehr als 1.200 Mitarbeiter an acht Standorten in Deutschland, der Slowakei, den USA, China und Malaysia.

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