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Konstruiert Maschinen: Student Uwe Brenndörfer (rechts) verbringt sein Praxis-Semester bei der Firma JW Froehlich. Foto: Eppler

Wie der Student Uwe Brenndörfer vom „Südwest-Stipendium“ profitiert

Leinfelden-Echterdingen. Uwe Brenndörfer denkt noch manchmal daran, wie er vor ein paar Jahren genervt in der Schule saß. „Wahlfach Französisch“, seufzt er, „ein Fehlgriff.“ Er träumte davon, Maschinen zu bauen, „das ist genau mein Ding“. Also wechselte er auf ein technisches Gymnasium. Heute ist er 23. Und baut Maschinen.

Obwohl er noch Student ist, sind seine Ideen bei der Firma JW Froehlich mit Sitz in Leinfelden-Echterdingen und Plochingen gefragt: Die produziert Teststände und komplette Prüflinien für Motoren und Getriebe. Für Personalleiter Stefan Rothe ist selbstverständlich: „Uwe Brenndörfer konstruiert bei uns mit.“

Der Betrieb fördert über das „Südwest-Stipendium“ drei Studenten. Brenndörfer ist einer von ihnen, er absolviert bei dem Mittelständler gerade sein Praxis-Semester.

Die Maschinen, an denen er tüftelt, sind durchweg Sondermaschinen und technisch höchst anspruchsvoll. Sie testen Motoren und Getriebe, bevor diese in die Fahrzeuge eingebaut werden. Bei Taktzeiten von 30 bis 120 Sekunden muss das alles sehr schnell gehen. Und vollautomatisch.

Das Praxis-Semester: „sehr kurzweilig“

Der junge Mann strahlt, wenn er von seiner Arbeit erzählt: „Das ist sehr kurzweilig, weil der konstruktive Aufbau bei jeder Maschine anders ist.“ Zuletzt hat er etwa bei der Konstruktion einer Maschine geholfen, die für Fiat Getriebe-Gehäuse auf Dichtheit prüft.

In dem Betrieb gehen noch mehr Studenten ein und aus, denn dort lernen derzeit auch vier Studierende der Dualen Hochschule. Dem Personalchef liegt die Ausbildung der angehenden Ingenieure am Herzen, braucht er doch immer wieder Nachwuchs. Rund 70 der 200 Mitarbeiter in Leinfelden-Echterdingen und Plochingen sind Ingenieure. Pro Jahr sucht Rothe etwa zwei neue. „Man findet schon welche“, sagt er. „Aber wir brauchen und nehmen nur die Besten.“

Rothe führt gerade mit seinen Studenten ein Planspiel zum Thema Vertrieb durch. „Mit realen Aufträgen, realen Zahlen.“ Denn neben der Konstruktion ist der Vertrieb bei dem Spezialmaschinenbauer ein wichtiger Bereich – das Unternehmen macht seinen Jahresumsatz von 40 bis 45 Millionen Euro in vielen Ländern. Rothe: „Wir bauen gerade Machinen für GM in Indien und Brasilien, und für VW in China.“

Info: Das Südwest-Stipendium ...

... ist ein unbürokratisches Mittel der Studienfinanzierung: Kleine und mittelständische Betriebe der Metall- und Elektro- Industrie zahlen für ihre Stipendiaten die Studiengebühren und übernehmen eine Patenschaft. Angeboten wird das Stipendium in den Pilotregionen Heilbronn und Esslingen.

Im Internet: www.suedweststipendium.de

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Schlagwörter: Ausbildung

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