Mittelstand

Nicht nur James Bond schießt mit „Walther“


Firma aus Ulm beliefert Polizei und Sportler

Ulm. Der letzte James-Bond-Film: Spannung pur. Agent 007 zückt seine Pistole. Und der Kenner stellt fest: Es ist keine britische, sondern eine deutsche! Zur Freude von Manfred Wörz. Er leitet die Firma Carl Walther, die das Original der Waffe hergestellt hat. Sie baut auch Sportgeräte, mit denen Weltklasse-Schützen ih­re Treffer landen.

Der Ulmer Hersteller verkauft seine Waffen auch im Ausland – selbstverständlich im Rahmen der strengen Ex­portgesetzgebung. „Zwei Drittel unseres Umsatzes machen wir im Export“, erklärt Geschäftsführer Wörz. So liefert das Unternehmen etwa die Waffen für Spezialeinsatz-Kommandos in den USA, Kanada oder Polen.

Polizeiwaffen müssen schnell sein

James Bond übrigens schießt im neuesten Film „Ein Quantum Trost“ das Modell „PPK“. Die Abkürzung steht für „Polizei Pistole Kriminal“. Bis in die 70er-Jahre sind deutsche Polizisten mit diesem Modell ausgestattet worden.

Heute ordern deutsche Behörden die Nachfolgepistole „P99“, die seit 1999 auf dem Markt ist. 2005 bekam Walther zum Beispiel aus Nordrhein-Westfalen einen Großauftrag über 40.000 Pistolen. Und 2008 bestellten Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein sowie die Stadtstaaten Bremen und Hamburg insgesamt 28.000 derartige Pistolen.

 

Die Polizei hat an diese Polizeiwaffe hohe Erwartungen: Sie muss in Sekunden einsatzbereit sein, aber trotzdem darf niemals ein Schuss ungewollt losgehen. „Diese Vo­rgabe ha­ben wir gelöst“, sagt Wörz und fügt an: „Wie, das bleibt allerdings unser Geheimnis.“

Derartige Großaufträge für die Polizei sind aber eher selten. Und das Geschäft mit Waffen für Privatleute hält sich in Deutschland in Grenzen, weil hierzulande ein strenges Waffengesetz gilt.

Deshalb ist es für das Unternehmen wichtig, mit den Sportwaffen ein weiteres Standbein zu haben.

Damit erzielt Walther ein Drittel des Gesamt­umsatzes. Mit diesen Waffen schießen Mitglieder von Schützenvereinen sowie Spitzensportler – beispielsweise in den Disziplinen Luftpistole und Sportpistole. 

Mit einer „Walther Spopi“ zum Beispiel hat die 39-jährige Sportschützin Munkhbayar Dorjsuren  bei  den  Olympi­schen Spielen 2008 in Peking eine Bronzemedaille für Deutschland geholt.

Sportwaffen sollen gut in der Hand liegen

20.000 Sportwaffen verkauft die schwäbische Firma durchschnittlich pro Jahr. Bei ihnen kommt es besonders darauf an, wie sie in der Hand liegen. Die Schnelligkeit,  die  im   Polizeieinsatz notwendig ist, ist hier zweit­rangig.

Dagegen spielt die Treffsicherheit bei allen Waffen eine gleich große Rolle. Da wollen weder Super-Agent 007 noch Spitzensportler wie Munkhbayar Dorjsuren Ab­stri­che machen.

Rut Katzenmaier

 

Info: Carl Walther GmbH

Die 180 Mitarbeiter von Walther entwickeln und bauen in Ulm Polizeipistolen und Sportwaffen. Im vergangenen Jahr lieferte das Unternehmen rund 70.000 Verteidigungswaffen und 20.000 Sportwaffen aus, überwiegend ins Ausland.

www.carl-walther.com

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang