Wo Eisen schmilzt …

Neues Verfahren von H.C. Starck hilft bei der Produktion von Technologie-Metallen

Los geht’s: Gemeinsam nehmen H.C. Starck und die TU Clausthal den Fallrohr-Reaktor in Betrieb. Foto: Werk

Goslar. Eine weltweit einzigartige Versuchsanlage zur Erforschung alternativer Herstellungsmethoden für Wolfram, Tantal, Niob, Molybdän und Rhenium steht jetzt im niedersächsischen Clausthal. Betrieben wird sie vom Spezialisten für Technologie-Metalle und technische Keramik H.C. Starck aus Goslar sowie der Technischen Universität Clausthal.

Die Metalle stecken in Handys, Solarzellen, Medizintechnik und anderen Hightech-Produkten. Das Besondere: Erst Temperaturen bis zu 2.000 Grad bringen sie zum Schmelzen – da hat sich Eisen längst verflüssigt. Deshalb macht Starck zum Beispiel aus Molybdän und Wolfram Hitzeschutzschilde und Schmelztiegel für Hochtemperaturöfen, in denen die Saphir-Kristalle für LEDs gezüchtet werden.

Energie sparen und den Ausstoß von CO2 senken

Typisch für seltene Metalle ist ihre schwierige Gewinnung. Außerdem lassen sie sich mit klassischen Verfahren nicht verarbeiten. „Noch beruht die Umsetzung vieler technisch bedeutsamer Gas-Feststoff-Reaktionen auf über Jahrzehnte gereiftem Erfahrungswissen“, so Frank Schulenburg, Abteilungsleiter bei H.C. Starck und Lehrbeauftragter an der Hochschule. „Wir wollen sie wissenschaftlich untersuchen und die Erkenntnisse für bessere Herstellprozesse und die Entwicklung innovativer Materialien nutzen.“

Dazu hat Starck einen Fallrohr-Reaktor entwickelt. Ein bestimmtes Gas und der zu Pulver gemahlene Rohstoff strömen durch das beheizte Rohr und reagieren miteinander – in weniger als zwei Sekunden. So lassen sich Hochtemperatur-Reaktionen unter Luft, Sauerstoff, Wasserstoff und anderen Gaskomponenten untersuchen.

Schulenburg: „Wir wollen Energie sparen, den CO2-Ausstoß reduzieren, weniger Hilfsstoffe einsetzen und die Prozesskosten senken.“


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