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Einfach und robust

Neues Solarpumpensystem mit Technik von Netzsch soll Kleinbauern weltweit helfen

Günstig, zuverlässig und leicht zu bedienen: Von solchen Wasserpumpen könnten rund 500 Millionen Kleinbauern profitieren. Eine neues Modell aus der Schweiz setzt nun auf Technik aus Deutschland.

Innovative Energiequelle: Solarmodule sorgen für Strom. Foto: Werk

Innovative Energiequelle: Solarmodule sorgen für Strom. Foto: Werk

Im Feldversuch: Kleinbauern in Afrika bei der Bewässerung ihrer Pflanzen. Foto: Werk

Im Feldversuch: Kleinbauern in Afrika bei der Bewässerung ihrer Pflanzen. Foto: Werk

Waldkraiburg. Eine günstige und verlässliche Bewässerung: Mit ihr würde sich das Leben vieler der 500 Millionen Kleinbauern weltweit schlagartig verbessern. Die Technik des Pumpenherstellers Netzsch aus dem oberbayerischen Waldkraiburg könnte nun insbesondere die Menschen aus Entwicklungs- und Schwellenländern dieser Vision ein gutes Stück näher bringen.

Vielerorts sind heutzutage immer noch Wasserpumpen im Einsatz, die arbeitsintensiv per Hand bedient werden. Sie zu ersetzen, ist jedoch nicht immer möglich. Ein Stromnetz für elektrische Modelle fehlt häufig – oder ist unzuverlässig. Und Diesel-Aggregate sind wegen ihres Verbrauchs und ihrer Instandhaltungskosten teuer.

Die Schweizer Firma Ennos hat daher das Solarpumpensystem „sunlight pump“ entwickelt. Es nutzt Sonnenenergie, die per Fotovoltaik gewonnen wird, und ist speziell auf die Bedürfnisse von Kleinbauern in armen und trockenen Regionen ausgerichtet. Wichtige Komponente dabei: ein besonders robuster und einfacher Pumpenkopf von Netzsch.

Bei kleinen Wasserquellen können Fremdkörper für Ärger sorgen

„Von zentraler Bedeutung“ war dabei, so Netzsch-Entwickler Josef Hauck, „dass die Pumpe keine regelmäßige Wartung benötigt“. Weitere Vorgabe: Sollte einmal eine Reparatur nötig werden, muss diese einfach sein – deshalb hat sie eine „minimale Teilezahl und einen selbsterklärenden Aufbau“.

Die Wahl fiel auf eine sogenannte Exzenterschneckenpumpe. Sie transportiert Flüssigkeiten in abgeschlossenen Förderkammern. Typische Einsatzorte sind Industrie, Nahrungsmittelproduktion und Abwasserwirtschaft.

Technik steht kurz vor der Vermarktung

Der Pumpentyp gilt als besonders effizient – und robust gegenüber Fremdkörpern. „Gerade in kleinen Wasserquellen, etwa handgegrabenen Brunnen oder kleinen Bächen, finden sich oft auch Sand oder Blätter“, erklärt Hauck. Es war eine Herausforderung, die leistungsfähige Exzenterschnecken-Technologie auch für Kleinbauern in aller Welt bezahlbar zu machen: „Dazu musste der Aufbau stark vereinfacht und die Anzahl der Teile reduziert werden.“

Viele Feldversuche in Zentralamerika und Afrika sind bereits erfolgreich verlaufen, berichtet Hauck. Nun steht die Solarpumpe kurz vor der Vermarktung. Der Entwickler ist überzeugt: „Mit unserer Technik könnten viele Kleinbauern ihr Einkommen sehr stark steigern.“


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