Messtechnik

Neues Lernzentrum ermöglicht Ausbildung für Spitzenleute


Göttingen. Die Entwicklung der Mikro- und Nanotechnologie macht auch vor der Messtechnik nicht halt: Weil die Industrie immer Winzigeres produziert, müssen auch Spezialisten wie die Firma Mahr ständig dazulernen. „Für Nanotechnik brauchen wir Spitzenleute“, sagt Geschäftsführer Stephan Gais. „Und die bilden wir hier aus.“

Das Querdenken ist ausdrücklich erwünscht

In einem komplett sanierten zweistöckigen Gebäude auf dem Werkgelände in Göttingen werden 35 Auszubildende auf den späteren Job vorbereitet. Im Erdgeschoss befindet sich eine Maschinenhalle, in der die Azubis Prototypen herstellen, in der ersten Etage sind individuelle Lernarbeitsplätze eingerichtet. „Gut, dass die von den Maschinen getrennt sind“, findet Maurice Stankiewicz, angehender Industriemechaniker im ersten Lehrjahr: „So ist es ruhiger, wenn wir uns im ersten Stock auf die handwerklichen Dinge konzentrieren.“

1 Million Euro hat das neue Lernzentrum gekostet. Bemerkenswert: Projekte, die über die normalen Ausbildungsinhalte hinausgehen, sind ausdrücklich erwünscht. So nehmen alle angehenden Elektrotechniker im dritten Lehrjahr an „Jugend forscht“ teil. In den letzten zwei Jahren stellte man sogar Bundessieger im Fach Industriemechaniker. Kaum einer schließt seine Ausbildung mit weniger als der Note Zwei ab. In der Regel werden alle übernommen.

Der Geburtenrückgang ist spürbar: Nur noch halb so viele Bewerbungen wie früher

Doch selbst bei einem derart ambitionierten Ansatz: Selbst die Firma Mahr registriert die zunehmenden Schwierigkeiten, junge Menschen für die Ausbildung zu gewinnen. Auf die 15 Plätze, die jährlich zu besetzen sind, gab es früher rund 200 Bewerbungen – inzwischen sind es nur noch halb so viel.

Das hat sich auch auf die Auswahlkriterien ausgewirkt: Im vorgeschalteten Eignungstest mussten die Bewerber früher mindestens auf „80 Prozent“ kommen – inzwischen ist ein Ergebnis darunter kein K.-o.-Kriterium mehr.

Und in der Ausbildung, betont Geschäftsführer Gais, müsse heute auch noch so manche Benimm-Regel gelehrt werden. „Aber auch das machen wir gerne“, betont er. Für ihn ist es wichtig, die betriebsinterne Ausbildung zahlenmäßig auf hohem Niveau zu halten.

Laut Statistischem Bundesamt schrumpft die deutsche Bevölkerung bis 2050 um 7 Millionen. „Für zwei Mitarbeiter, die in Rente gehen, kommt nur einer nach“, bringt Gais für sich die Folgen auf den Punkt. „Betriebsinterne Ausbildung ist für uns eine Notwendigkeit.“

Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang