Knallhartes Material

Neuer Werkstoff von Ter Hell braucht weder Anstrich noch Gewinde

Ist leicht und rostet nicht: Kunststoff bewährt sich im Auto. Foto: Fotolia

Herne. Hochleistungskunststoffe ersetzen Metall nicht nur in Formel-1-Boliden: Der superleichte Werkstoff steckt heute auch in preisgünstigeren Autos. Das Chemie-Unternehmen Ter Hell Plastic hat in Herne neue Materialien (TEREZ GT3) entwickelt, die Zink- und Aluguss etwa in den Funktionsteilen des Armaturenbretts und in der Sitzverstellung ersetzen.

Für das Material werden spezielle Polyamide mit bis zu 60 Prozent Glasfasern verstärkt. Kohlefaserverstärkte Produkte sollen künftig dazukommen.

„Einsatzbereiche sind überall da, wo hohe Festigkeiten und Steifigkeiten erforderlich sind“, erklärt Goran Brkljac, Leiter Anwendungstechnik und Produktentwicklung. Neben der Automobilbranche also auch im Maschinenbau sowie in der Möbel- und in der Bau-Industrie.

Neues Material für freies Design

Zwar ist Aluminium etwas fester, „aber das lässt sich durch intelligentes Design hervorragend ausgleichen“, sagt Brkljac. Da sich der neue Kunststoff leichter formen lässt, seien Wandstärken unter einem Millimeter möglich. Die Verarbeitungstemperaturen sind zudem nur halb so hoch wie beim Alu. Das spart Energie. Außerdem entfallen mehrere Fertigungsschritte: „Ein nachträgliches Gewindeschneiden oder Lackieren der Bauteile ist nicht nötig, die Werkzeuge haben kaum Verschleiß“, so der Experte.

Neue Techniken bei Fertigung und Produktzusammensetzung machen auch Kohlefaser erschwinglich.


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