Gesundheit

Neue Technik lindert Leiden


Instrument der Firma Erbe hilft Darmkrebspatienten

Tübingen. Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Rund 63.000 Menschen erkranken jährlich neu daran. Die gute Nachricht: Wenn der Tumor früh erkannt wird, sind die Heilungschancen groß.

Mit einem neuen System, dem Hybrid-Knife des Tübinger Unternehmens Erbe Elektromedizin, wird den Geschwüren der Garaus gemacht: Solange nur die innere Schleimhaut des Organs befallen ist, kann der Herd ohne Schnitt oder Einstich mit einem Endoskop sicher entfernt werden.

Nachfrage nach der neuen Technik wächst

Möglich macht das die einmalige Kombination aus Elektrochirurgie- und Wasserstrahl-Funktion. Rund 100 Krankenhäuser weltweit arbeiten schon mit dieser Technik. Bisher werden noch kleine Serien gefertigt. „Die Markteinführung von Innovationen medizinischer Produkte geht nicht von heute auf morgen. Alleine die weltweite Zulassung kann Jahre in Anspruch nehmen“, erklärt Geschäftsführer Reiner Thede.

Doch inzwischen wächst die Nachfrage nach diesem Instrument: Rund 15.000 davon will das Unternehmen in diesem Jahr verkaufen. Für die Produktion hat Erbe in Rangendingen eine Immobilie erworben und dort 6 Millionen Euro investiert. Die Fertigung startet im Mai mit zunächst 40 Mitarbeitern.

Innovationen sind die Wachstumstreiber des Spezialisten für Medizintechnik. Dafür nimmt Erbe viel Geld in die Hand: Gut 10 Prozent des Umsatzes fließen in Forschung und Entwicklung. In diesem Bereich ist jeder Fünfte der 490 Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt.

Mit der Entwicklung von Neuheiten und fortschreitender Internationalisierung hat Erbe den Umsatz in den vergangenen zehn Jahren von 75 Millionen Euro auf rund 160 Millionen Euro mehr als verdoppelt. 80 Prozent der deutschen Kliniken arbeiten bereits mit Erbe-Produkten. Auch in anderen Ländern ist Erbe gut aufgestellt: Der umsatzstärkste Markt sind die USA.

Wachstum verspricht vor allem das Reich der Mitte. „China ist mit fast 10 Prozent unser drittgrößter Markt. Dort werden wöchentlich neue Krankenhäuser eröffnet“, sagt Thede.

Doch auch wenn Erbe-Produkte bereits in über 100 Ländern der Welt verkauft werden, bleibt das Familienunternehmen seinen Wurzeln treu. Alle zentralen Abteilungen und Teile der Produktion bleiben in Tübingen. In Rangendingen werden Einwegprodukte gefertigt.

„Quantensprung in der Firmengeschichte“

Der neue Standort bietet sich für große Serien an, weil dort zwei Reinräume mit insgesamt 850 Quadratmetern zur Verfügung stehen. Auch der Stammsitz in Tübingen wird ausgebaut. Neben neuen Büroräumen und einer großzügigen Kantine entsteht dort ein hochmodernes Schulungszentrum.

Zwischen 35 und 40 Millionen Euro – Rangendingen mitgerechnet – investiert das Unternehmen in den kommenden Jahren. Geschäftsführer Thede drückt es so aus: „Das ist ein Quantensprung in der Firmengeschichte.“

 

 

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