Investition

Neue Fabrik für 18 Millionen Euro – der Konkurrenz voraus


Hüttenes-Albertus Chemische Werke GmbH baut modernste Kunstharzfabrik

Hannover. Seit 20 Jahren arbeitet Dirk Seeberger bei der Hüttenes-Albertus Chemische Werke GmbH. Als 16-jähriger Auszubildender  hatte  er  be­gonnen. Heute ist er Industriemeister und schaut mit einer gehörigen  Portion  Stolz  auf die moderne Produktion: Rund 18 Millionen Euro hat sein Arbeitgeber investiert. Eine nagelneue Kunst­harz­fabrik ist entstanden.

Seeberger steht mit seinen Kollegen Matthias Schaffrin  und Martin Heilemann inmitten der metallisch glänzenden Apparate, umgeben von Leitungen, Rohren und jeder Menge Elektronik. „Die ersten Tests werden zeigen, ob wir auf dem richtigen Weg sind“, sagt Seeberger. „Wir haben zuletzt eine Menge Zeit investiert“, meint Heilemann. „Jetzt kann es losgehen.“

Die drei Facharbeiter erwarten, dass es hier und da noch Probleme zu lösen gilt. Doch in einem Punkt sind sie sich ganz sicher: Mit diesem technischen Schmuckstück werden sie mit Hüttenes-Albertus dem Wettbewerb einen großen Schritt voraus sein.

„Auch 2010 wird kein Boom-Jahr“

Wenn die Automobil-Industrie kränkelt und der Maschinen- und Anlagenbau drastische Auftragseinbrüche zu verkraften hat, dann spüren das auch die Gießereien – und mit ihnen deren Zulieferer wie Hüttenes-Albertus. Dem Unternehmen geht es wie zurzeit vielen anderen in Deutschland. „Nach zuletzt recht guten Jahren werden wir in 2009 deutliche Ab­striche machen“, sagt Ge­schäfts­führer Carsten Kuhlgatz. „Auch 2010 wird wohl kein Boom-Jahr.“

Deshalb den Kopf in den Sand stecken? Von wegen – der Blick geht nach vorn, denn eines ist gewiss: Irgendwann springt die Konjunktur wieder an und dann werden hochmoderne Gussteile dringend benötigt. Sie lassen sich nur mit chemischen Produkten herstellen, die ganz besondere Eigenschaften aufweisen.

Hüttenes-Albertus stellt die Bindemittel für den Kernsand her. Diese müssen durch die „Gießhitze“ zerstört werden, damit der Kern von selbst zerfällt – das ist ein sehr hoher technologischer An­spruch. „Wir gehören zu den weltweit führenden Herstellern“, sagt Geschäftsführer Kuhlgatz.  

Weniger Schadstoffe

Die Automobil-Industrie verlangt zum Beispiel immer leichtere und leistungsstärkere Bauteile von den Gießereien. Und um diese Messlatte zu überspringen, benötigen die Gießer innovative Partner als Zulieferer.

Auch in Sachen Umwelt tut sich was. Die speziellen Harze von Hüttenes-Albertus sorgen dafür, dass in den Gießereien deutlich reduzierte SchadstoffEmissionen und eine geringe Qualmentwicklung entstehen – angenehmere Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter.

Das werden übrigens auch Seeberger  und  die  rund 30 Kollegen in der neuen Kunst­harzfabrik erfahren. Nach den guten Geschäften der vergangenen Jahre hat ihr Arbeitgeber das verdiente Geld in moderns­te Anlagentechnik gesteckt.

Harte körperliche Arbeit ist passé. Der Computer steuert, die Mitarbeiter überwachen. Seeberger: „Von solchen Ar­beits­bedingungen haben wir vor 20 Jahren geträumt.“

Werner Fricke

Info: Hüttenes-Albertus GmbH

Das Unternehmen ist der international führende Hersteller von chemischen Produkten für die Gießerei-Industrie.

Die Firma verfügt in Deutschland über sechs Produktionsanlagen und ist zurzeit in 36 Ländern auf allen Kontinenten vertreten. Weltweit beschäftigt Hüttenes-Albertus 1.700 Mitarbeiter, davon 542 in Deutschland.

 

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