Präzisionsoptik

Natur von ganz nah


Für Jäger und Foto-Fans: Carl Zeiss Sports Optics

Wetzlar. Vorsichtig, nach allen Seiten sichernd, tritt in der Morgendämmerung ein Rehbock aus einer Hecke hinaus auf die Wiese. Was er nicht weiß: In einiger Entfernung beobachtet ihn der Jäger auf seinem Hochsitz – und fragt sich gerade: „Soll ich schießen, oder ist er doch zu weit entfernt?“

Ein kleiner Knopf an seinem Fernglas hilft ihm bei der Entscheidung. Der Knopf aktiviert einen Laser, der die Entfernung zwischen Jäger und Tier genau vermisst: 280 Meter werden angezeigt. Für einen sicheren Schuss im freien Feld ist das zu weit. Glück für den Rehbock, der unbeschadet weiterzieht.

Fast alle Produkte sind brandneu

Nicht nur Jäger setzen auf solch moderne Technik. „Unser Kundenkreis ist weit gespannt, reicht von Naturfreunden und Vogelbeobachtern bis zu Opern-Liebhabern und Sportbegeisterten in den Stadien“, erläutert Manfred Klingel, Geschäftsführer der Carl Zeiss Sports Optics GmbH in Wetzlar.

Carl Zeiss – der Name steht seit über 150 Jahren in aller Welt für hochwertige Ferngläser, Spektive und Zielfernrohre. Für Ferngläser im mittleren Preissegment hat Carl Zeiss eine Fertigung in Ungarn aufgebaut – aber für das Spitzensegment, den Bereich Sports Optics, ist Wetzlar wichtigster Fertigungsstandort. 

„95 von je 100 Euro setzen wir mit Produkten um, die maximal drei Jahre alt sind“, betont Klingel. Fast ein Zehntel der Erlöse wird für die Entwicklung  ausgegeben. Etwa von Linsen, die dank Spezialbeschichtungen vor Staub und Schmutz geschützt sind und auch bei hoher Luftfeuchtigkeit nicht beschlagen: Die LotuTec-Beschichtung ist eine der jüngsten Innovationen, sie lässt Wasser ganz leicht abperlen.

Das eingangs beschriebene  Fernglas mit eingebautem Entfernungsmesser ist ganz neu im Programm. Es ist nicht nur für Jäger gedacht: Wer Tiere lieber beobachtet und fotografiert, für den gibt es ein hoch vergrößerndes Spektiv mit integrierter Digitalkamera. Klingel: „Alles, was unseren Kunden Zusatznutzen bringt, sei es bei Natur-Beobachtung oder  Jagd, ist uns eine Innovation wert.“

Sogenannte optische Elemente, also Linsen oder Prismen, erfordern extreme Präzision in der Fertigung. Aufwendige Systeme haben bis zu 15 perfekt aufeinander abgestimmte optische Elemente. „Wir sind führend in Sachen Abbildungsqualität“, sagt Stefan Linß, Teamleiter Rundoptik.

Engagement für den Standort

Damit dieses Wissen in Wetzlar erhalten bleibt, bildet der Betrieb auch aus – sogar über den eigenen Bedarf hinaus. Aktuell gibt es hier 26 Azubis.

Den Nachwuchs erwarten attraktive Bedingungen. Betriebsrente und Erfolgsbeteiligung sind für die Beschäftigten fast schon selbstverständlich. Zudem engagiert sich Carl Zeiss in vielfältiger Weise für das Umfeld seiner Standorte. So gibt es Auslandsstipendien für Mitarbeiter-Kinder. Bildung und Forschung werden ebenso unterstützt wie gemeinnützige  Aktivitäten.

Klingel: „Die positive Entwicklung unseres Unternehmens ist der gemeinsame Erfolg aller Mitarbeiter. Und das erkennen wir an, indem wir das Umfeld unserer Mitarbeiter fördern und sie am Unternehmenserfolg teilhaben lassen.“

Maja Becker-Mohr

 

Info: Carl Zeiss Sports Optics

Das Unternehmen zählt zu den alteingesessenen Industrie-Betrieben der Optik-Metropole Wetzlar: Keimzelle ist die 1852 gegründete Firma Hensoldt, die schon seit 1928 mehrheitlich zu Carl Zeiss gehört. Neben dem Stammhaus (420 Mitarbeiter und 26 Azubis) gibt es Niederlassungen in den USA und Ungarn. Die Firma gehört zum Unternehmensbereich Markenoptik/Optronik der Carl Zeiss AG, der zuletzt 245 Millionen Euro umsetzte.

www.zeiss.de

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