Innovationen

Natur, das smarte Vorbild

Neuer Werkstoff: Matthias Struckmeyer zeigt Laserspiegel aus SiliconCarbid, die dank Blattstruktur extrem belastbar sind. Foto: Scheffler

Produkte der M+E-Industrie werden immer intelligenter

Frankfurt. Sacht wiegen sich die Zweige im Wind. Aber selbst Sturm und Hagel können den zarten Blättern nur selten etwas anhaben. Denn eine feine Skelettstruktur gibt ihnen Halt. „Und genau dort haben wir ein wenig abgeguckt“, so Matthias Struckmeyer, Senior Sales Director bei Mersen Deutschland.

Das Unternehmen hat aus dem neuen Werkstoff SiliconCarbid Laserspiegel entwickelt. Die Lasertechnologie wird fast überall eingesetzt, von der Auto-Industrie bis zur Handy-Produktion. Der begrenzende Faktor für ihre Anwendungen ist die Optik.

Die Spiegel, die den Laserstrahl lenken, sind wegen ihrer Materialeigenschaften zu träge. „Unsere SiC-Spiegel sind dagegen wesentlich dünner und belastbarer und eröffnen der Lasertechnologie ganz neue Möglichkeiten“, erläutert Struckmeyer.

Ein Drittel setzt auf neue Werkstoffe


Die pfiffigen Spiegel sind nur eins von vielen Beispielen, die im Rahmen des Hessenforums in Frankfurt präsentiert wurden und die hohe Innovationskraft der hessischen M+E-Industrie belegen. Wie eine Umfrage des Arbeitgeberverbands Hessenmetall bei 113 Unternehmen ergab, wird die Branche immer smarter.
genieurprodukte und Produktionsanlagen verschmelzen mit Software. Bei jedem dritten Betrieb kommen neue Werkstoffe zum Einsatz. Dienstleistungen gewinnen an Bedeutung und 15 Prozent der Befragten fertigen Produkte, die sich selbst steuern, oder sie setzen auf intelligente Prozesse.

So hat der Friedrichsdorfer Automobilzulieferer peiker acustic ein Notrufsystem entwickelt, das bei einem Unfall selbstständig die Rettung alarmiert. „Damit könnte die Zahl von Todesopfern und Schwerverletzten deutlich gesenkt werden“, sagt Christoph Schillo, Leiter Vorausentwicklung.

Die Isabellenhütte Heusler in Dillenburg entwickelt Präzisions-Messsysteme. „Mit unserer Technik können Autos ihr Energiemanagement selber steuern, egal ob Elektromobil oder Formel-1-Bollide“, so Geschäftsführer Jürgen Brust.

Energiesparen ist auch das Thema bei der Herborner Pumpenfabrik. Die Unibad-Pumpe für Schwimmbäder nutzt fast die komplette Wärme des Motors zum Aufheizen des Wassers.

Der Anlagenbauer Enviro Chemie in Rossdorf hat ein System entwickelt, das hoch belastetes Abwasser mittels Bakterien aufbereitet. Die organischen Schmutzstoffe werden in Biogas umgewandelt.

Texte: Maja Becker-Mohr


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