Schüler und Azubis entwickeln Innovation

Nano-Chip hält Knochen fit


Hanau. Man stelle sich vor: Wir schreiben das Jahr 2030. Was wird anders sein? Welche Trends prägen unser Leben? Was machen wir, um gesund zu bleiben?

Vielleicht gibt es eine Nano-Beschichtung, die das Zähneputzen ersetzt: Spezielle Schutzpartikel könnten in ein Gel eingebettet sein und sich über den Zahnschmelz legen. Karies hätte keine Chance!

Das klingt märchenhaft? So soll es sein: 16 Schüler und 7 Auszubildende des Technologie-Unternehmens Heraeus in Hanau durften beim Innovationsspiel „Jugend denkt Zukunft“ ihren Gedanken freien Lauf lassen.

Das Motto: „Gesund in die Zukunft“. Die Teilnehmer schlüpften für eine Woche in die Rolle von Unternehmern. Gemeinsam gründeten sie fiktive Firmen und entwickelten neue Produkte.

Firmen nehmen die spielerischen Einfälle der Jugendlichen ernst

Im Mittelpunkt: die alternde Bevölkerung als potenzielle Kundschaft von morgen. Die Ergebnisse konnten sich sehen lassen.

So stellte „Pharmaflex“ einen Impfstoff gegen brüchige Knochen vor. Er kann Ablagerungen auf dem Knochen (Kalzium) rechtzeitig binden. Das schützt diesen davor, spröde zu werden. Dank eines winzigen implantierten Chips hat der Hausarzt den Ist-Zustand der Ablagerungen im Blick.

Das fiktive Unternehmen „Heraeus Nano Instruments“ wiederum will 2030 Nano-Roboter aus Edelmetall herstellen und in Afrika zur Bekämpfung der Krankheit Aids einsetzen. Die 7,5 Mikrometer winzigen Teilchen können HI-Viren bekämpfen: Sie werden von Computerchips gesteuert und tragen den Wirkstoff direkt zu den Zellen. Die Energie dazu liefert der menschliche Körper.

„Sich mit Veränderungen unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen und Lösungen zu finden, das war sehr interessant“, sagt Kendra Tiltmann (18) von der Otto-Hahn-Schule Hanau. „Wir durften einfach drauflos spinnen. In der Schule haben wir für so was nie Zeit“, ergänzt Johanna Heß (17) von der Kopernikusschule Freigericht.

Der Blick hinter die Kulissen von Heraeus half bei der Ideen-Sammlung. Die Jugendlichen besuchten den Standort Wehrheim. Dort produziert man unter anderem Füllungen für Zähne und Knochenzement für Gelenkprothesen. Der Konzern unterstützte die Projektwoche zum dritten Mal.

„Das Ganze ist eher ein Spiel“, sagt Ausbildungsleiterin Karin Saar. „Aber es hat einen ernsthaften Hintergrund.“ Auf frische Ideen wie diese sind Betriebe in Zukunft angewiesen, um voranzukommen: „Die Schüler von heute sind die zukünftigen Mitarbeiter der Industrie“, betont Saar.

bit.ly/heraeus-zukunft

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