Familienunternehmen

Nachhaltig erfolgreich


Verpackungsspezialist Bischof + Klein profitiert vielfach von seinen umfassenden Aktivitäten

 

 

Lengerich. Kristoffer Rahe strahlt: Der neue, gelbe Kühlteller funktioniert einwandfrei. Damit leistet die Folienblasanlage um bis zu 30 Prozent mehr – der Energieverbrauch steigt aber deutlich weniger an. „Es ist ein gutes Gefühl, wenn nach monatelangem gemeinsamen Tüfteln eine Idee den gewünschten Erfolg bringt“, sagt Rahe.

 

 

 

Der Ingenieur ist Abteilungsleiter für Gießfolien beim Verpackungsspezialisten Bischof + Klein (B+K) in Lengerich. Dessen Produkte sind zum Beispiel gefragt, wenn es gilt, Kaffee aromasicher zu verpacken oder Chips in der Tüte knusprig zu halten. Und das Familienunternehmen ist Vorreiter bei einem Thema, das für viele Betriebe immer wichtiger wird: Nachhaltigkeit.

 

 

 

Dabei geht es darum, ökonomische, ökologische und soziale Aspekte in Einklang zu bringen – auch zum Wohle künftiger Generationen.

 

 

 

Teams aus mehreren Abteilungen

 

 

 

Basis für alle Produkte sind  Folien, die hier rund um die Uhr produziert werden. Erhitzter Kunststoff wird aus einer Düse gepresst, zu einem dünnen Schlauch aufgeblasen und nach dem Abkühlen zu Rollen aufgewickelt.

 

 

 

„Der komplette Prozess verschlingt große Mengen Energie – hier wollen wir weiter sparen“, sagt Maik Helmig. Der Ingenieur ist (unter anderem) Energiemanager bei B+K und gehört zu einem der Nachhaltigkeits­teams im Werk: Kollegen aus verschiedenen Abteilungen arbeiten gemeinsam an Projekten, die das Unternehmen vorwärts bringen.

 

 

 

So entstand auch die Idee, bei den Folienblasanlagen Energie zu sparen. „Solche Prozessoptimierungen bieten noch ein großes Potenzial“, meint Helmig. Er ist begeistert von der Arbeit in den Teams. „Unsere Geschäftsführer stehen voll dahinter: Wir sollen querdenken, können ausprobieren und uns Unterstützung von Experten holen.“

 

 

 

 

 

 

 

Der Anstoß für das Umdenken liegt schon lange zurück: 1983 gab es einen Störfall mit Lösungsmitteln. „Das war eine Art Initialzündung, über Umweltschutz ganz neu nachzudenken – und entsprechend zu handeln“, sagt Angelika Lütke Lengerich, die B+K-Nachhaltigkeitsmanagerin.

Und so legt die Firma schon seit 1987 regelmäßig einen Umweltbericht vor. Kürzlich folgte der erste umfassende Nachhaltigkeitsbericht: So kann jeder nachlesen, was schon erreicht worden ist (der Bericht wird auf Anfrage verschickt).

 

 

 

Eine kleine Auswahl aus dem fast 80 Seiten fassenden Papier: Der Wasserverbrauch im Werk Lengerich wurde innerhalb von 15 Jahren um 20 Millionen Liter pro Jahr reduziert. Die Zahl der Betriebsunfälle sank in den vergangenen 20 Jahren um mehr als 70 Prozent. Und bei der Kunststoffsack-Produktion wurde der Verbrauch von Lösemitteln seit 2002 um 96 Prozent verringert.

 

 

 

„Ein echter Wettbewerbsvorteil“

 

 

 

Bis 2025 will man im kompletten Unternehmen ohne Lösungsmittel auskommen. Mit solchen Zielen präsentiert sich B+K auch als verantwortungsbewusster Arbeitgeber: „In Zeiten des Fachkräftemangels ein echter Wettbewerbsvorteil“, weiß Lütke Lengerich.

 

 

 

Wobei die Kunden, vorrangig Markenartikel-Hersteller, ohnehin Nachhaltigkeit einfordern: „Der ‚Carbon Footprint‘, also die Bilanz der Treibhausgas-Emissionen, wird dabei immer mehr zum Thema“, stellt Lütke Lengerich fest, „wir sind auch da auf einem guten Weg.“

 

 

 

 

 

Info: Bischof + Klein

 

 

Das 1892 gegründete Unternehmen mit Sitz im nordrhein-westfälischen Lengerich ist Spezialist für flexible Verpackungen und technische Folien: Das Spektrum reicht von Folien für Zwei-Gramm-Portionen bis zum „Liner“ für 1.200 Liter Flüssigkeit. Verpackungen für Elektronik-Teile oder Spritzen werden unter Reinraum-Bedingungen gefertigt. Die meisten der 2.400 Beschäftigten arbeiten in Deutschland: im Stammwerk und im bayerischen Konzell. Der Jahresumsatz der weltweit aktiven Gruppe liegt bei rund 450 Millionen Euro.

 

 

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