Textilberuf wird moderner

Modenäher und Modeschneider: Das ändert sich jetzt in der Ausbildung

Stuttgart. Die Arbeit von Modenähern und Modeschneidern hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Jetzt gibt es ein neues Berufsbild für diese wichtigen Ausbildungsberufe.

AKTIV sprach darüber mit Christine Schneider, Ausbildungsexpertin beim Verband der Südwestdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie in Stuttgart.

Was hat sich in der Ausbildung geändert?
Es gibt jetzt drei Schwerpunkte. Sie heißen Prototypen und Serienfertigung, Arbeitsvorbereitung und Qualitätssicherung sowie Schnitttechnik. Mit dieser neuen Einteilung berücksichtigen wir, dass sich in der heimischen Bekleidungsbranche der Arbeitsalltag für Näher und Schneider stark verändert hat.

Wie denn?
Ihre Aufgabenfelder haben sich erweitert. Nur Nähen reicht nicht mehr, weil die Herstellung von Textilien hauptsächlich im Ausland stattfindet. Das erfordert einfach eine Menge mehr an Abstimmung und Kommunikation.

Was heißt das konkret für die Auszubildenden?
Die jungen Leute werden zur Schnittstelle. Deshalb beschäftigen sie sich in Zukunft mehr mit dem Einkauf und der Logistik. Auch die Muster- und Prototypenfertigung ist viel wichtiger geworden. Schließlich muss der Produzent genau wissen, was er zu liefern hat. Daran schließt sich die Qualitätskontrolle der gelieferten Ware an. Ganz wichtig: das Festlegen von Qualitätsstandards. Nur so lassen sich langfristige Lieferbeziehungen aufbauen.

Bleibt das Nähhandwerk da nicht auf der Strecke?
Keineswegs. Wer die Qualität beurteilen will, muss natürlich viel von Schnitt und Nähtechnik verstehen. Dieses Wissen wird in den ersten beiden Ausbildungsjahren vermittelt. Dazu gehört auch das Knowhow rund um Schweiß- und Klebetechniken.

Wie sehen die Betriebe die Neuordnung?
Durchweg positiv. Sie hatten schon in einer Befragung vor vier Jahren darauf hingewiesen, dass sich viele Tätigkeiten im Beruf des Modenähers und Modeschneiders verändert haben. Zudem können sie jetzt über die neu definierten Schwerpunkte die Ausbildung besser auf ihre betrieblichen Belange abstimmen.


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