Hightech für verspielte Sammler

Modelleisenbahnen: Märklin vereint digitales Innenleben mit viel Handarbeit

Die Bahnen sind winzig und ein perfektes Abbild der Realität: Jede Schraube, jeder Farbstrich stimmt. In dem Luxusspielzeug steckt Hightech pur: Digitale Steuerung? Gibt’s schon ewig! Und jetzt via Smartphone …

Orginalgetreu: Die Loks sollen den Vorbildern bis zur kleinsten Niete gleichen. Foto: Mierendorf

Orginalgetreu: Die Loks sollen den Vorbildern bis zur kleinsten Niete gleichen. Foto: Mierendorf

Mit Liebe gemacht: Viele Modelle werden von Hand verziert. Foto: Mierendorf

Mit Liebe gemacht: Viele Modelle werden von Hand verziert. Foto: Mierendorf

Exakt: Fast alle Teile kommen aus eigenen Werken. Foto: Mierendorf

Exakt: Fast alle Teile kommen aus eigenen Werken. Foto: Mierendorf

Göppingen. Ohne zu zittern, zieht Marina Raitz den feinen Pinsel mit dem schwarzen Lack über die Fensterstrebe eines ICE-Triebwagens. Es ist nicht das einzige Detail an der kleinen Lok, das sie von Hand gestaltet: Beim Göppinger Traditionsunternehmen Märklin, das seit 1891 Loks und Waggons baut, ist dieser Aufwand die Regel. „Es gibt kein Modell, das nicht durch die Handmalerei geht“, erklärt Eric-Michael Peschel, der das Event-Marketing leitet.

In einer kleinen Dampflok stecken über 300 Teile

So aufwendig ist beim Weltmarktführer für Modelleisenbahnen nicht nur die Farbgebung, sondern nahezu jeder Schritt in der Produktion bis hin zum Sounddesign. Denn die Modelle sollen den Originalen bis ins kleinste Detail gleichen: Jede Niete muss an der richtigen Stelle sitzen, auch wenn der Käufer sie später nur noch mit der Lupe erkennt.

Eine Dampflok besteht oft aus mehr als 300 Teilen, an einigen sind 44 Bohrungen nötig. Kein Wunder, dass manche neue Lok 500 Euro kostet. Von diesen werden meist nur geringe Stückzahlen gefertigt. Und fast jedes Stück, das in den Luxusspielzeugen verbaut wird, stammt aus dem Göppinger Werk oder dem zweiten Standort im ungarischen Györ. Insgesamt verlassen rund zwei Millionen Produkte jährlich das Stammwerk.

Trotz Handarbeit und Tradition sind die kleinen Züge Hightech-Geräte: „Modellbahnen gehörten zu den ersten Spielwaren mit digitalen Steuerungen“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter Florian Sieber. Bei Märklin war das bereits vor über 30 Jahren der Fall. Heute lässt sich jede Lok nicht nur über klassische Steuergeräte, sondern auch per App mit Smartphone oder Laptop bewegen.

Angst, dass den Modellbahnen im Zeitalter der Spielkonsolen der Sammler-Nachwuchs ausgeht, hat der Märklin-Chef nicht: „Der klassische Spielzeugmarkt in Deutschland wächst jedes Jahr um 3 bis 5 Prozent.“

Zudem hat das Unternehmen, das in Göppingen und Györ knapp 1.200 Mitarbeiter beschäftigt, eine spezielle Eisenbahn-Serie für Kinder ab drei Jahren entwickelt. Und die, betont Sieber, laufe seit dem Start vor zwei Jahren sehr gut.


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