Gute Ideen

Mitdenken lohnt sich


Siemens-Mitarbeiter in Amberg verbessern mit Vorschlägen die Produktivität ihres Werks

Amberg. Nur rein damit in die Lostrommel. Erst recht, wenn der Vorschlag gut ist. Im Siemens-Konzern sind Ideen von Mitarbeitern, die Arbeitsprozesse optimieren, bares Geld wert. Zum Beispiel im Gerätewerk Amberg in der Oberpfalz. Dort werden sogar Sonderpreise ausgelost. Das Mitdenken wird gefordert, gefördert und belohnt.

In dem Betrieb (2.600 Mitarbeiter) wurden 2011 fast 18.000 Vorschläge der Belegschaft in die Tat umgesetzt, weil sie die Produktivität erhöhen. Rudolf Gietl, Leiter des Gerätewerkes: „Wir wollen und müssen uns kontinuierlich verbessern – so sichern wir auch Arbeitsplätze im internationalen Wettbewerb.“

Bis zu 150.000 Euro Prämie für eine Idee

Produziert werden im Oberpfälzer Werk Komponenten fürs Steuern und Überwachen von Elektromotoren, wie „Schütze“, Leistungsschalter oder Relais. Diese steuern Antriebe, die vor allem in automatisierten Anlagen gebraucht werden, wie Produktionsstraßen und Förderbänder.

Das betriebliche Vorschlagswesen hat im Siemens-Konzern System. Steigt die jährliche Produktivität dank einer verwirklichten Idee, erhält der Mitarbeiter ein Drittel der finanziellen Einsparung als Prämie. Mindestens sind es 25 Euro. Nach oben ist bei 150.000 Euro Schluss.

In Amberg verfolgt man besonders gewissenhaft und erfolgreich das Ziel, die Mitarbeiter einzubinden. Unter anderem dafür wurde das Gerätewerk 2010 mit dem Bayerischen Qualitätspreis des Wirtschaftsministeriums ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr kürte die Zeitschrift „Wirtschaftswoche“ den Betrieb zu Deutschlands „Beste Fabrik“.

15 spezielle Berater treiben in Amberg das Verbesserungswesen voran. Sie leiten Workshops, bewerten Vorschläge, bestimmen Einsparpotenziale und legen Prämien fest. Und es gibt eine Regel: Jeder Beschäftigte soll im Jahr mindestens einen Vorschlag machen.

Geld und Vorgabe sind jedoch nicht alles. Anreiz ist auch die konstruktive Rivalität innerhalb des Siemens-Konzerns: Alle Mitarbeiter in Amberg möchten, dass sie effizienter arbeiten als die Kollegen an vergleichbaren Standorten, zum Beispiel in Indien, Brasilien oder China. „Der Wettbewerb unter den Siemens-Werken ist sehr groß“, berichtet Werkleiter Gietl. Die Produktivität wird jedes Jahr verglichen. Und bislang hatte Amberg, als Leitwerk für 15 Produktionsstätten weltweit, immer die Nase vorn.

Platz eins ist Verpflichtung

Technisch besonders anspruchsvolle Teile – insbesondere mit hohen Stückzahlen – werden zunächst in der Oberpfalz gebaut. Zudem entscheidet das Werk auch über wichtige Zulieferer für die anderen Fabriken. Und nicht zuletzt trägt der Chef in Amberg die Verantwortung für die Qualität aller rund um den Globus gefertigten Produkte in diesem Bereich.

Auf diese Rolle ist man sehr stolz – und fühlt sich zu besonderer Leistung verpflichtet. „Ich gebe mich ungern mit einem zweiten Platz zufrieden“, sagt Gietl. Und seine Mitarbeiter tun es auch nicht. Das zeigt jedenfalls die große Anzahl ihrer Verbesserungsvorschläge.

 

 

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