Herz der Wirtschaft

Mitarbeiter spielen bei der Firma Johannes Hübner die erste Geige

Gießen. Cello- und Geigenmusik live mitten in der Produktion? Für die Mitarbeiter der Johannes Hübner GmbH in Gießen ist das normal. Schon für die Imagebroschüre des Unternehmens stellten sich einige von ihnen mit ihren Hobbys vor die Kamera – vom Gleitschirmfliegen und Kickboxen bis eben zur Musik.

Innovative Drehgeber- und Antriebstechnik

Nun wiederholen sie das Motiv für die Branchen-Kampagne „Wir sind das Herz der Wirtschaft“ des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall. Eine Pause beim Fototermin nutzt Mitarbeiter Johannes Albin Kaeuffer spontan für ein Spiel auf seinem Cello. „Mit Musik geht doch alles leichter von der Hand“, sagt er.

Kaeuffer hat bei Hübner Elektroniker für Geräte und Systeme gelernt und arbeitet heute in der Produktion. Dort sorgen er und seine Kollegen dafür, dass die hier entwickelte und produzierte Elektronik einwandfrei funktioniert. Das Familienunternehmen (100 Mitarbeiter, rund 14 Millionen Euro Jahresumsatz) setzt weltweit Maßstäbe in der Drehgeber- und Antriebstechnik in der Schwerindustrie.

Das heißt: Geräte von Hübner erfassen und übertragen supergenau die Positions- und Drehzahl-Istwerte von Motoren und steuern auf diese Weise Maschinen und Systeme selbst unter extremen Bedingungen.

Die Produkte stecken in den Kran-Anlagen der Containerhäfen, in Wasser- und Windkraftanlagen sowie in Bahntechnik. Sie finden sich in Riesenbaggern im Bergbau, in Stahlwerken und in Prüfständen. Eine Spezialität sind Einzel- und Sonderlösungen. Die Fertigung ist extrem anspruchsvoll. „Jedes Gerät wird mehrmals getestet“, betont Geschäftsführer Oliver Rüspeler, „denn es muss bei Wind und Wetter über viele Jahre zu 100 Prozent funktionieren.“

Zudem hat das Unternehmen für eine neue Baureihe zusätzliche Sensoren entwickelt, die neuesten EU-Richtlinien folgend für mehr Sicherheit sorgen: Drohen Mensch oder Umwelt Gefahr durch die laufende Anlage, werden Bewegungen automatisch gestoppt. Man befindet sich in einem wachsenden Markt: Durch die zunehmende Automatisierung und durch den Trend zu fahrerlosen Systemen braucht die Industrie in Deutschland und in der Welt generell mehr Sensoren. Das Unternehmen exportiert seine Produkte in mehr als 50 Länder.

Doch Rüspeler stellt klar: Die Firma punktet nicht allein mit toller Technik. „Unsere eigentliche Stärke sind die Menschen, die hier arbeiten.“ Für die vielseitigen Aufgaben Entwicklung, Produktion und Vertrieb brauche man eben eine vielseitige Belegschaft. „Unsere Mitarbeiter wandeln Probleme in Lösungen“, sagt der Geschäftsführer. „Und weil sie darin hervorragend sind, gehören sie auch in den Mittelpunkt.“


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