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Personalpolitik: Toller Service für gute Leute

Mitarbeiter herzlich umsorgen – das zahlt sich aus, wie das Beispiel Wago zeigt

Industriebetriebe lassen sich viel einfallen, um gute Leute zu finden und zu halten. Ein beachtliches Sozialpaket gibt es zum Beispiel beim Familienunternehmen Wago. AKTIV hat sich das im Werk Sondershausen angesehen.

Infos sind schnell greifbar: Personaler Maurice Börold zeigt Kathleen Koch, was die Firma etwa für junge Eltern bietet. Foto: Sturm

Infos sind schnell greifbar: Personaler Maurice Börold zeigt Kathleen Koch, was die Firma etwa für junge Eltern bietet. Foto: Sturm

Personalleiterin Ilka Helbing am Eingang: Am Standort Sondershausen arbeiten fast 1.300 Menschen. Foto: Sturm

Personalleiterin Ilka Helbing am Eingang: Am Standort Sondershausen arbeiten fast 1.300 Menschen. Foto: Sturm

Sondershausen. Kathleen Koch ist zufrieden mit den Möglichkeiten: Personaler Maurice Börold hat die Mutter von zwei kleinen Kindern gerade über alle Angebote zur flexiblen Arbeitszeitgestaltung und die Unterstützung beim schnellen Wiedereinstieg in den Beruf informiert. Das läuft über das firmeneigene Sozialprogramm „Wago Plus“.

Die 32-Jährige Koch arbeitet im Controlling des Wago-Werks in Sondershausen (Thüringen). Es produziert etwa Schaltschrankteile und Installationsklemmen, das Sortiment für elektrische Verbindungstechnik und dezentrale Automatisierungstechnik ist riesig. Allein hier hat das weltweit aktive Familienunternehmen 1.260 Beschäftigte.

Extras sind möglich, weil das Geschäft gut läuft

Die freuen sich nicht nur übers gute Tarifgehalt, sondern auch über ein ganz beachtliches Sozialpaket. „Wago Plus“, schildert der für die Umsetzung zuständige Börold (20), umfasst vier Bereiche: Familie – Pflege – haushaltsnahe Dienstleistungen – Lebenslagencoaching. „Das geht von Rabatten in Geschäften über einen Zuschuss für die Kinderbetreuung bis zur betrieblichen Suchtberatung.“ Und natürlich gibt es in der Kantine auch Essen zum Mitnehmen nach Hause. „Die Leistungen werden sehr gut angenommen“, sagt Börold.

Warum macht sich der Weltmarktführer für Klemmtechnik mit Stammsitz in Minden (NRW) so viel Mühe? „Ohne engagierte Leute besteht keine Firma im weltweiten Wettbewerb“, sagt Personalleiterin Ilka Helbing (40), „und ohne gute Arbeitsbedingungen gibt es keine guten Arbeitsergebnisse.“

Wago sei zum Glück ein prosperierendes Unternehmen: „Nur deswegen können wir uns Wago Plus überhaupt leisten.“ Dazu kommt: „Der Arbeitsmarkt hat sich verändert“, sagt Helbing, „wir müssen heute mehr bieten, um gute und erfahrene Mitarbeiter zu binden.“

Und so hat zum Beispiel Koch erlebt, wie man es angehenden Müttern (und Vätern) leicht macht. „Es werden rasch Gespräche über die Elternzeit geführt und auch schon über die Perspektive nach der Rückkehr.“ Als Schwangere bekam sie zum Beispiel eine spezielle Fußstütze und sogar einen breiten Parkplatz nahe am Büro.

Gutes Betriebsklima, kaum Fluktuation

Beim Thema Pflege von Angehörigen arbeitet Wago mit einem Beratungsunternehmen zusammen. Wer Unterstützung benötigt, bekommt sie prompt. Detlef Timm etwa, der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende, berichtet gerne von einem langen Beratungsgespräch, das eine Mitarbeiterin des Dienstleisters zu Hause mit ihm führte: „Anschließend waren fast alle Fragen geklärt, und ich hatte danach viel Unterstützung im Umgang mit der Pflegebürokratie.“

Das alles wirkt sich positiv aufs Betriebsklima aus. Mit messbaren Folgen: „Die Fluktuation bei uns ist sehr gering“, freut sich Helbing. Und der Standort wächst, wie Wago insgesamt.

An neuen Extraideen für die Mitarbeiter mangelt es übrigens nicht: Geplant ist eine Paketstation im Werk, für die privaten Paket-Bestellungen der Belegschaft.


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