Einsatz für die Gesellschaft

Mitarbeiter der Kautschukfirma ContiTech beschenken seit 50 Jahren benachteiligte Kinder

Northeim. Wenn Tanja Mylius in den Wunschzetteln blättert, huscht ihr ein Lächeln über die Lippen. Malbücher, Lego-Kästen, Scheren, Buntstifte, Kino-Gutscheine – so etwas hätten die Jungen und Mädchen gern, die im nahe gelegenen Uslar im Kinderdorf des Albert-Schweitzer-Familienwerks leben. Sie haben das auf bunte Pappen und Zettel geschrieben, ausgeschnitten und aufgeklebt.

Tanja Mylius ist Betriebsrätin beim Kautschuk-Unternehmen ContiTech. Und einmal im Jahr wird sie, stellvertretend für die Kolleginnen und Kollegen am Standort Northeim (Niedersachsen), zur Wünsche-Erfüllerin.

Selbst 2009 wurde gespendet – in der Krise, trotz Kurzarbeit

Zum letzten Weihnachtsfest sammelte der ContiTech-Betriebsrat wieder rund 6.000 Euro bei den Mitarbeitern und der Geschäftsführung. In örtlichen Geschäften kaufte man dafür Geschenke und verteilte sie im Kinderdorf. Seit inzwischen 50 Jahren unterstützen die Mitarbeiter das Albert-Schweitzer-Familienwerk.

Das soziale Engagement ist bei ContiTech in Northeim längst ein Selbstläufer. „Wir machen dafür kaum Werbung“, berichtet Mylius. „Selbst in der Krise vor fünf Jahren haben die Kollegen trotz Kurzarbeit unaufgefordert gespendet.“ Kürzlich bekamen sie für ihren Einsatz den „Albert-Schweitzer-Preis 2015“. Er soll jetzt im Rahmen einer Betriebsversammlung noch einmal symbolisch an alle Mitarbeiter verliehen werden. Jede Spende wird gerne angenommen, betont Mylius, egal ob Geldstücke oder Scheine. „Das Kleine macht das große Ganze.“

1.800 Mitarbeiter beschäftigt ContiTech in vier Gesellschaften am Standort Northeim. „In unserer ländlichen Region“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Michael Rose, „ist die Verbundenheit mit dem Werk sehr hoch und die Fluktuation extrem gering. Da ist es für viele selbstverständlich, auch an andere zu denken. Wir sprechen nicht nur von sozialer Kompetenz, wir leben sie auch.“

Das ContiTech-Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Duensing stößt ins gleiche Horn: „Dass unsere Gesellschaft menschlich bleibt“ – dafür seien die Geschenke an das Kinderdorf ein Zeichen. „Wir ermutigen unsere Mitarbeiter, unternehmerisch zu denken“, so Duensing. „Aber ebenso wichtig ist uns das soziale Engagement.“


Artikelfunktionen


Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

'' Zum Anfang