Gesundheit

Mit Software gegen Rückenschmerzen


BSH simuliert die Arbeit von Mitarbeitern am Computer

München. Ein roter Rücken ist kein gutes Zeichen. Den mag Frank Helmke nicht. Der Ingenieur des Hausgeräte-Herstellers Bosch und Siemens Hausgeräte (BSH) in München drückt ein paar Tasten am Notebook – und schon hilft ein Roboterarm seinem Computermännchen, Türen auf Kühlschränke zu hieven. Nun passt es. Alles wieder im grünen Bereich.

Helmke testet für BSH mithilfe von Computersimulationen, was die Körper von Mitarbeitern überfordert. „Wir haben meist lange Montagelinien, häufig mit viel Handarbeit“, erklärt er. Insbesondere vor dem Aufbau einer komplett neuen Produktion lohnt es sich, genauer hinzuschauen, sagt der Fachmann. Denn: „Den Produktionsablauf nachträglich zu verändern, ist immer mit sehr hohen Kosten verbunden.“

An vielen Standorten hat BSH in den letzten Jahren gute Erfahrungen mit der digitalen Probefertigung gemacht. Ob bei der Produktion von Geschirrspülern in Dillingen, von Waschmaschinen in Berlin und Nauen, von Kühlschränken in Giengen oder zuletzt auch Elektro-Herden in Traunreut: Mitarbeiter werden jetzt mehr geschont – und die Produktion läuft effizienter.

Wissenschaftlich fundiert

Was ein Mensch ohne Bedenken heben kann, wie stark er sich regelmäßig bücken darf, welche Bewegungen langfristig schaden – das alles berechnet ein Computerprogramm. Es berücksichtigt dafür ein gutes Dutzend wissenschaftlicher Methoden und Standards. „Das alles ist noch wesentlich komplizierter, als es klingt“, sagt Helmke. Ein Ingenieur muss sich mit den Methoden genau auskennen. „Und zum Beispiel verstehen, warum sich während der Simulation ein Rücken rot färbt.“ Nur so kann er auch was ändern.

Impuls für Veränderung

Die Computersimulation hat für viele Mitarbeiter die Handgriffe einfacher gemacht – etwa durch ein angewinkeltes Förderband, das leichter greifen lässt. Und: Es hat viele Veränderungen überhaupt erst angeschoben. „Nicht jeder Mitarbeiter spricht Dinge von sich aus an“, sagt Helmke. „Etwa wenn er keinen guten Draht zum Chef hat.“

Allerdings kommt Neues nicht immer auf Anhieb gut an – selbst wenn es den Arbeitsalltag erleichtert. So war es etwa im Werk Giengen. Ein Mitarbeiter hatte sich sehr stark mit seiner Aufgabe identifiziert. „Er musste eine schwere Kühlschranktür heben“, erzählt Helmke. „Und war der einzige in der Abteilung, der das problemlos konnte.“ Mittlerweile macht aber auch er es sich einfacher.


 

BSH simuliert die Arbeit von Mitarbeitern am Computer

München. Ein roter Rücken ist kein gutes Zeichen. Den mag Frank Helmke nicht. Der Ingenieur des Hausgeräte-Herstellers Bosch und Siemens Hausgeräte (BSH) in München drückt ein paar Tasten am Notebook – und schon hilft ein Roboterarm seinem Computermännchen, Türen auf Kühlschränke zu hieven. Nun passt es. Alles wieder im grünen Bereich.

Helmke testet für BSH mithilfe von Computersimulationen, was die Körper von Mitarbeitern überfordert. „Wir haben meist lange Montagelinien, häufig mit viel Handarbeit“, erklärt er. Insbesondere vor dem Aufbau einer komplett neuen Produktion lohnt es sich, genauer hinzuschauen, sagt der Fachmann. Denn: „Den Produktionsablauf nachträglich zu verändern, ist immer mit sehr hohen Kosten verbunden.“

An vielen Standorten hat BSH in den letzten Jahren gute Erfahrungen mit der digitalen Probefertigung gemacht. Ob bei der Produktion von Geschirrspülern in Dillingen, von Waschmaschinen in Berlin und Nauen, von Kühlschränken in Giengen oder zuletzt auch Elektro-Herden in Traunreut: Mitarbeiter werden jetzt mehr geschont – und die Produktion läuft effizienter.

Wissenschaftlich fundiert

Was ein Mensch ohne Bedenken heben kann, wie stark er sich regelmäßig bücken darf, welche Bewegungen langfristig schaden – das alles berechnet ein Computerprogramm. Es berücksichtigt dafür ein gutes Dutzend wissenschaftlicher Methoden und Standards. „Das alles ist noch wesentlich komplizierter, als es klingt“, sagt Helmke. Ein Ingenieur muss sich mit den Methoden genau auskennen. „Und zum Beispiel verstehen, warum sich während der Simulation ein Rücken rot färbt.“ Nur so kann er auch was ändern.

Impuls für Veränderung

Die Computersimulation hat für viele Mitarbeiter die Handgriffe einfacher gemacht – etwa durch ein angewinkeltes Förderband, das leichter greifen lässt. Und: Es hat viele Veränderungen überhaupt erst angeschoben. „Nicht jeder Mitarbeiter spricht Dinge von sich aus an“, sagt Helmke. „Etwa wenn er keinen guten Draht zum Chef hat.“

Allerdings kommt Neues nicht immer auf Anhieb gut an – selbst wenn es den Arbeitsalltag erleichtert. So war es etwa im Werk Giengen. Ein Mitarbeiter hatte sich sehr stark mit seiner Aufgabe identifiziert. „Er musste eine schwere Kühlschranktür heben“, erzählt Helmke. „Und war der einzige in der Abteilung, der das problemlos konnte.“ Mittlerweile macht aber auch er es sich einfacher.


 

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