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Downsizing und Mobilität

Mit Messing in Motoren hilft Diehl beim Klimaschutz

Neuartige Metall-Legierungen von Diehl Metall machen Automotoren noch sparsamer. Denn sie ermöglichen kleinere Motoren. Warum die Werkstoffe besonders widerstandsfähig sind.

Blitzendes Metall: Ein Blick ins Stangenlager von Diehl in Röthenbach. Foto: Diehl Metall Stiftung & Co. KG

Blitzendes Metall: Ein Blick ins Stangenlager von Diehl in Röthenbach. Foto: Diehl Metall Stiftung & Co. KG

Große Presse: Diese Anlage bringt die Messingrohre in Form. Foto: Diehl Metall Stiftung & Co. KG

Große Presse: Diese Anlage bringt die Messingrohre in Form. Foto: Diehl Metall Stiftung & Co. KG

Aufgepasst: In der Leitstelle überwacht ein Mitarbeiter den Gießprozess. Foto: Diehl Metall Stiftung & Co. KG

Aufgepasst: In der Leitstelle überwacht ein Mitarbeiter den Gießprozess. Foto: Diehl Metall Stiftung & Co. KG

Röthenbach. Umweltfreundliche Motoren, die wenig Kraftstoff verbrauchen und doch hohe Leistung bringen: Diehl Metall im fränkischen Röthenbach hilft, dass dies gelingt. Das Unternehmen stellt sogenannte Halbzeuge aus Messing her. Aus den Rohmaterialformen werden wichtige Bauteile für die Automobil-Industrie – für effiziente Motoren und Getriebe. Synchronringe, Ventilführungen und Gleitlager aus dem Spezialmaterial stecken weltweit in vielen Fahrzeugen.

Robuster durch Mix mit Silizium und Zink

Diehl Metall gehört zu den größten Messingpress- und Ziehfabrikanten der Welt. Das Hauptwerk in Röthenbach hat eine Jahreskapazität von 150.000 Tonnen und bietet Profile aus rund 60 Legierungen an, meist in Form langer Stangen oder Rohre. Darunter sind auch besonders widerstandsfähige Sondermessinge. Sie benötigt man für das sogenannte Downsizing der CO2-Reduktion in Verbrennungsmotoren mittels verschleißfester, kleinerer Konstruktionen. „Das Einsparpotenzial des klassischen Kraftstoffmotors ist bei Weitem noch nicht ausgeschöpft“, sagt Norbert Gaag, der Leiter Business Development und Qualitätssicherung von Diehl Metall.

Die Materialforscher in Franken haben hierzu neuartige Werkstoffe auf Messingbasis entwickelt. Durch Beimischungen wie Aluminium, Mangan, Silizium oder Zinn lassen sich die Eigenschaften des Metalls verändern – sodass es etwa fester und hitzebeständiger wird. Das ist in den Motoren besonders wichtig: Die Bauteile sind dort ja beständig reibenden Bewegungen ausgesetzt und dadurch sehr stark beansprucht. „Unser Ziel ist eine hohe Beständigkeit gegenüber Verschleiß – möglichst ohne Schmierung“, so Gaag.

Weil die Verbrennungsgase sauberer werden, was ja gewollt ist, bleiben im Motor weniger Verbrennungsreste zurück, um die Ventile zu schmieren. Und: Bei den Synchronringen im Getriebe reibt beim Schalten Metall auf Metall. Daher müssen die Komponenten stabiler sein als bisher. Zudem müssen Getriebe und Motoren künftig mit alternativen Biokraftstoffen und E-Fuels klarkommen. „Das wird uns in Zukunft noch beschäftigen“, so Gaag.

Und noch einen Aspekt hat Diehl in der Entwicklung zukunftsfähiger Werkstoffe im Blick: In vielen Legierungen verzichtet man aus Umweltgründen auf den Zusatz Blei. Und in der E-Mobilität sollen Sondermessinge etwa in Steckverbindern zur Stromübertragung zum Einsatz kommen.


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