Innovation

Mit Kunstrasen-Kleber gegen die Krise


Wasserschlacht: Ein Kunstrasen übersteht sie ohne Schäden. Foto: picture-alliance

Hersteller Stauf profitiert vom Trend zum grünen „Teppich“

Wilnsdorf. „Tooor! Tooor!“, schallt es über den Sportplatz. Selbst der stärkste Regen trübt da die Freude nicht. Na, wenn schon! Immer öfter spielen Fußballer und Feldhockey-Spieler auf Kunstrasen statt auf Asche oder Naturgrün. Da gibt es keine Schlamm-Schlachten mehr. Und an heißen Sommertagen keine Staubwolken.

Für Sportvereine ist der Kunst­rasen ein Prestige-Ob­jekt, besonders wenn die Nachbarn auf Asche spielen. Und für die Firma Stauf in Wilnsdorf bei Siegen ein krisenfestes Ge­schäft. Vor zwei Jah­ren hat der Hersteller einen neuen Klebstoff für Kunstrasen auf den Markt gebracht. Jetzt stabilisiert er das Geschäft.

Auch bei Nieselregen zu verarbeiten

Denn Sportplätze werden von langer Hand geplant. Deshalb steht die Finanzierung für dieses Jahr meist schon. „Da kriselt es noch kaum“, freut sich Geschäftsführer Volker Stauf über die rege Nachfrage.

Im Innenausbau dagegen, dem klassischen Geschäft des Klebstoff-Herstellers, halten sich die Bauherrn zurzeit mit Aufträgen zurück.

Zum Glück also gibt es den neuen Klebstoff. Er ist ein ZweiKomponenten-Produkt auf Basis des Kunststoffs Polyure­than. Je nach Klima-Bedingungen gibt man beim Verarbeiten verschiedene Härter hinzu. Der Clou: Selbst bei Nieselregen kann man damit arbeiten. „Das ist kein Schönwetter-Kleber“, so Stauf.

Zudem geht das Verlegen fix: Kaum liegen die ersten Bahnen Kunstrasen, haften sie so fest, dass ein Traktor darüber rollen kann. Das verkürzt die Arbeitszeit stark.

Einen hohen Anteil der rund 20 Millionen Euro Jahresumsatz machten der Betrieb und seine 70 Mitarbeiter 2008 mit dem Kunstrasen-Kleber. Volker Stauf: „Wir sind damit in den verschiedensten Klimazonen von Südeuropa bis nach Skandinavien unterwegs.“

MJD

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