Mittelstand

Mit Kraft aus der Krise


Die Federnfabrik Eberle spürt starken Rückenwind

Schwabmünchen. Dass es so schnell wieder nach oben geht, das hat Jürgen Brielmaier überrascht. Der Geschäftsführer der J.N. Eberle Federnfabrik GmbH in Schwabmünchen bei Augsburg berichtet von ganz erstaunlichen Wachstumsraten: Im Februar und März legte der Umsatz des Herstellers von Metallfedern und Stanz-Biege-Teilen um 30 Prozent zu – verglichen mit den beiden Monaten im Vorjahr.

Der Auftragseingang schoss sogar um 70 Prozent in die Höhe. „Die Bestellungen waren in der Krise aber sehr stark zurückgegangen“, betont Brielmaier. Noch fehlen bei Aufträgen und Produktion 10 Prozent – dann wäre die Lücke zu dem vor der Krise erreichten Niveau geschlossen. Das letzte Wegstück ist immer das schwerste. „In ein bis zwei Jahren“, so der Eberle-Chef, „haben wir den Rückstand aufgeholt.“

„In allen Regionen geht es aufwärts“

Was ihn optimistisch stimmt: „Besonders kräftig erholt sich unser Geschäft mit der Auto-Industrie.“ Es ist mit einem Anteil von 45 Prozent die wichtigste Umsatzsäule der Firma, die für Fahrzeug-Hersteller und ihre großen Zulieferer eine weit gefächerte Palette kleinerer Bauteile fertigt: vom Schlossbügel für Autotüren bis zu daumengroßen Rohrfedern für Einspritz-Systeme in Motoren. 

„Auch der Anlagenbau und die Consumer-Produkte ziehen wieder an“, berichtet Brielmaier weiter. Zum letzten Geschäftssegment gehören Starterfedern, mit denen Motorsägen in Gang gebracht werden, Scharniere für Kühlschränke oder Federn für Aufroller von Schläuchen.

Rückenwind spürt das schwäbische Unternehmen mittlerweile in allen Regionen. „Es geht durch die Bank aufwärts“, sagt der Geschäftsführer. Italien, die Schweiz, die USA und Osteuropa sind hinter Deutschland die wichtigsten Märkte.

Der Chef sucht schon wieder Leute

Auch im Boom-Land China wächst das Geschäft von Eberle weiter. Der Exportanteil des Unternehmens, das zur Familien-Firmengruppe Kern-Liebers im Schwarzwald gehört, liegt bei 55 Prozent.

Die verbesserte Auftragslage lässt die rund 380 Beschäftigten in Schwabmünchen aufatmen: Die Zeit der Kurzarbeit ist vorbei. „Von Januar 2009 bis zum Februar dieses Jahres haben wir 15 bis 30 Prozent weniger gearbeitet“, erzählt Brielmaier.

Ohne Kurzarbeit hätte Eberle nur eine kleinere Zahl der ausgelaufenen befristeten Arbeitsverträge in unbefristete umwandeln können. „Dann wären wir jetzt 10 bis 15 Leute weniger.“

Inzwischen ist das Unternehmen wieder auf der Suche nach Verstärkung: Vier bis fünf Werkzeugmacher und Industriemechaniker sowie ein bis zwei Ingenieure will Brielmaier möglichst bald einstellen. Er hat genug Arbeit für sie. Die Eberle Federnfabrik hat die Krise schon fast hinter sich gelassen.

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