Innovation

Mit dieser Erfindung lassen sich Roboter noch leichter steuern und programmieren


Obernburg. Das „Reis-Pad“ ist flach, passt in eine Hand und lässt sich mit einem Fingerwischen bedienen. Wie das iPad von Apple.

Doch das tragbare Steuergerät von Reis Robotics, einem Hersteller von Industrie-Robotern in Obernburg bei Aschaffenburg, dient nicht nur zum Surfen im Internet: Hinter dem kratzfesten Gehäuse verbirgt sich komplexe Technik. Sie kann riesige Roboter im Sekundentakt dirigieren.

In der Robotik-Branche gilt die Erfindung als Weltneuheit. „Die Steuerung kommt extrem gut an“, sagt Axel Fischer, der technische Geschäftsführer von Reis Robotics. In der Halle für Entwicklungen führt er das Roboter-Tablet vor.

Sacht fährt er mit dem Zeigefinger über den Bildschirm, schiebt einen Regler nach oben, und schon wirbelt der Roboter schneller durch die Luft. Tippt man das Handrad auf dem Bildschirm an, dreht sich der Greifarm zur Seite.

Am Steuergerät kann man auch programmieren. „Unsere Leute beherrschen das blind“, so Fischer. Das Unternehmen liefert weltweit Anlagen zur Automatisierung. 2012 erzielte die Reis-Gruppe einen Umsatz von rund 160 Millionen Euro. Entwicklung und Konstruktion sind am Stammsitz, wo der Mittelständler mit der Fertigung von Kunststoff-Teilen im Spritzguss-Verfahren begonnen hatte.

Seit 1970 entwickelt und baut Reis dort Roboter. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 1.300 Mitarbeiter, davon 850 im Inland. Es hat eine Fabrik in Tschechien und ein Werk für Komponenten in China.

Größte Kundengruppe sind die Gießereien. Reis-Roboter lassen geschmolzenes Aluminium in Formen fließen und entgraten Gussteile.

„Die Maschinen übernehmen einen Großteil der schweren Arbeit und erledigen Dinge, die man von Hand nicht so präzise schafft“, sagt Fischer. Für ihn ist das „Automatisierung mit Augenmaß“. Denn die Mitarbeiter können sich derweil auf andere Aufgaben konzentrieren, etwa die Kontrolle der Anlage oder der Produktqualität.

Zu den Kunden von Reis zählen auch die metallverarbeitende Industrie und viele Zulieferer des Autobaus. Dort geht’s vor allem ums Schweißen und Schneiden von Blechen.

Und um Roboter für die Handhabung: „Das ist alles, womit man ein Werkstück in einer Fabrik von A nach B bringt“, erklärt Fischer. Die elektrisch angetriebenen Helfer können mehrere Hundert Kilogramm heben, schwenken und an der nächsten Maschine wieder absetzen.

In den größten Anlagen arbeiten 60 Roboter

Insgesamt rund 13.000 Anlagen haben bisher die Fertigung verlassen. Manche bestehen nur aus einem einzigen Gerät mit Knickarm, andere sind so lang wie eine ganze Häuserzeile. Reis stellt solche Großanlagen schlüsselfertig auf. Darin arbeiten bis zu 60 Roboter zusammen.
„Wir sind flexibel und produzieren auch für Kleinserien“, betont Fischer. „Das schätzt vor allem der Mittelstand.“

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