Engagierte Lehrer

Mit der Gänserauke Naturwissenschaft pauken


Hannover. Pflanzen wachsen auf der Erde anders als im Weltall – das haben Beate Brase und ihre Schüler am Erich-Kästner-Gymnasium in Laatzen per Experiment herausgefunden.

„Wir haben zeitgleich mit der Crew der Internationalen Raumstation Gänserauke angepflanzt“, erzählt die Physik- und Chemielehrerin. Ein halbes Jahr lang hegten und pflegten die Gymnasiasten ihre Pflänzchen, wässerten sie, kontrollierten die Temperatur im Gewächshaus. Auch fernab des Unterrichts: „Selbst in den Pausen waren sie nicht zu stoppen“, sagt Brase, „so gefesselt waren sie von dem Projekt.“

Über den Stundenplan hinaus

Fächerübergreifend Naturwissenschaft und Technik anschaulich zu vermitteln – das ist der Physik- und Chemielehrerin Brase wichtig. „Schüler wollen wissen, welchen konkreten Nutzen die Dinge haben. Hebelgesetze lassen sich prima an der Kampfkunst Aikido erklären, das Thema Auftrieb an Flugzeugen.“

Praxisnah und über den Stundenplan hinaus engagieren sich auch viele andere Lehrer für die MINT-Fächer (Mathe, Informatik, Naturwissenschaften, Technik). Um das öffentlich zu machen und zu würdigen, verlieh die Stiftung NiedersachsenMetall nun schon zum neunten Mal ihren Lehrerpreis.

„Ein starkes Signal“

Neben Beate Brase wurden Thomas Biedermann aus Hermannsburg und Sabine Carlow-Meyer aus Celle ausgezeichnet. Der Sonderpreis ging an Martin Ratermann aus Vechta. „Viele Lehrer leisten oft noch in ihrer Freizeit einen entscheidenden Beitrag zur Zukunftsfähigkeit ihrer Schüler“, erklärte Joachim Kreuzburg, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung. „Sie verdienen unsere Anerkennung und unseren Dank.“ Am Ende des Tages seien es weniger Klassenstärke, Ausstattung und Strukturen, die zählen. Vielmehr hänge es vom Engagement der Lehrer ab, wie gut Kinder lernen.

„Die Auszeichnung ist ein starkes Signal für Schulen und zur Unterstützung der MINT-Fächer“, sagte Niedersachsens Kultusminister Bernd Althusmann im Grußwort. Seit 2004 verleiht die Stiftung jährlich den mit insgesamt 17.500 Euro dotierten Preis – eine Jury wählt aus Vorschlägen von Schulleitungen, Kollegien, Eltern und Schülern aus.

Durch die enge Kooperation mit 150 niedersächsischen Schulen erreicht die Stiftung jährlich etwa 15.000 Schüler. Ihr Geschäftsführer Olaf Brandes: „Die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes beginnt in den Klassenzimmern – deshalb setzen wir dort an.“

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