Autozulieferer

Mit dem richtigen Schwung


Spezial-Profile aus dem Rheinland fahren in vielen Autos mit, etwa in Transportern von Mercedes

 

 

Leichlingen. Spaß muss sein: Frank Schmitz greift sich aus dem Regal vier längliche Profile, steigt aufs Firmendach – und mimt den Skifahrer. Die silbernen Teile haben mit Sport freilich nichts zu tun. Es sind Führungsschienen für die Schiebetüren des Mercedes-Transporters Sprinter. Schmitz ist Geschäftsführer der Kronenberg Profil GmbH im rheinischen Leichlingen. Und dieses Unternehmen ist gut im Geschäft mit der Autobranche.

 

 

 

Egal ob Fenstereinfassungsprofile für den Skoda Octavia, Türrahmen für den Opel Zafira, ein Formteil für den Maybach, die Dachreling und der Seitenaufprallschutz für verschiedene Fahrzeugmodelle – oder eben die Schiebetürenprofile: Rund 70 Prozent der Bauteile gehen in die Auto-Industrie. Der Rest entfällt auf Produkte wie Garagentorführungen und Regalbausysteme oder auf Strom führende Schienen, zum Beispiel für die Elektro-Industrie.

 

 

 

300.000 Teile pro Jahr für den Sprinter

 

 

 

Besonderen Wert legt der Firmenlenker auf ein mehrere Meter langes profiliertes Metallstück, das 25 Kilo wiegt.Denn diesem sogenannten Rahmenlängsträger, ebenfalls für den Sprinter, verdankt der Hersteller zum großen Teil seinen Erfolg.

 

 

 

Solche Profile haben unterschiedliche Querschnitte und sind deshalb eine Spezialität der Firma, so Schmitz: „Wir fertigen pro Jahr 300.000 dieser Teile für Daimler nach einem patentierten Verfahren.“ Und da das bis heute kein anderer in dieser Qualität könne, liefert Kronenberg die Träger auch an die Daimler-Bänder in China und Argentinien.

 

 

 

Dabei stand Kronenberg noch vor zehn Jahren vor dem Aus Aus. Die Unternehmensgruppe Bültmann aus dem Sauerland – zu der unter anderem ein Anlagenbauer und ein Profile-Produzent gehören – war an dem angeschlagenen Betrieb interessiert. Sie beauftragte damals den Berater Schmitz, den Wert der Firma zu ermitteln.

 

 

 

 

 

 

 

Schließlich kam es zur Übernahme – und Schmitz wurde zum neuen Kronenberg-­Geschäftsführer ernannt. Er erinnert sich: „Am Anfang war es schwierig. Die Mitarbeiter waren nervös und demoralisiert. Gemeinsam mit dem Betriebsrat holten wir sie wieder ins Boot.“ Und dann musste das Vertrauen bei Kunden, Lieferanten und lokalen Banken wiedergewonnen werden. Der Daimler-Auftrag für die Träger brachte 2003 die Wende und macht bis heute rund ein Viertel des Umsatzes aus (zuletzt 20 Millionen Euro), den die 100 Mitarbeiter im Jahr erwirtschaften.

 

 

 

Fabrik nutzt künftig auch Sonnenkraft

 

 

 

„Nur wer innovativ ist, wird überleben“, glaubt Schmitz. So entsteht in Zusammenarbeit mit einem Unternehmen auf dem Photovoltaikmarkt derzeit ein Ständerprofil für Solarpanels, das automatisch von einem GPS-gesteuerten Fahrzeug in den Boden gerammt und dann recht einfach montiert werden kann.

 

 

 

In regenerativen Energien sehen die Leichlinger aber nicht nur einen profitablen Markt, sie handeln auch selbst umweltbewusst: So wurden die Heizungs- und die Klimaanlage sowie die Beleuchtung in den Werkhallen modernisiert; zusätzlich erhielten 6.000 Quadratmeter Dach eine neue Isolierung und Lichtgauben.

 

 

 

Schmitz: „Noch in diesem Jahr lassen wir auf dem Dach eine neue Photovoltaikanlage installieren.“ Sagt’s, steigt mit seiner „Ski-Ausrüstung“ wieder vom Dach – und legt die vier silbernen Profile zurück ins Fach.

 

 

 


 

 

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