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Mit dem Laser Kosten sparen


Procter & Gamble nutzt diese Technik im Werkzeugbau für den Spritzguss

München. Die Vorteile sind enorm: Laser machen die Produktion effizienter, Arbeitsschritte lassen sich zusammenfassen. Zudem verringert die Technik mit dem gebündelten Licht den Materialverbrauch, verbessert die Qualität und erhöht das Tempo in der Fertigung. All das heißt: weniger Kosten. „Gerade unter wirtschaftlich schwierigen Rahmenbedingungen zählen diese Vorteile besonders“, betont der Maschinenbau-Verband VDMA.

Der Laser schneidet, schweißt, bohrt oder härtet Metalle. Selbst spröde Stoffe wie Keramik werden damit bearbeitet. Auch für die Produktion von Solarzellen kommt die Strahlungsquelle mittlerweile zum Einsatz.

Für Klaus Eimann steht fest: „Die Laser-Technik ist aus unserem täglichen Geschäft nicht mehr wegzudenken.“ Eimann ist Leiter des Werkzeugbaus im Braun-Oral-B-Werk von Procter & Gamble in Markt­heidenfeld.

Das Werk in Unterfranken ist die größte Produktionsstätte des amerikanischen Konzerns für elektrische Zahnbürsten.

Die Kunststoffteile vom Gehäuse bis zum Bürstenaufsatz werden im Spritzguss-Verfahren hergestellt. Immer mal wieder gehen dabei Formen kaputt. „Mit dem Laser lassen sie sich schnell und kostengünstig reparieren“, berichtet Eimann.

Das passiert mit dem sogenannten Laserstrahl-Auftragsschweißen: Pulverartige Zusatz-Werkstoffe werden mit dem Laser an der beschädigten Stelle der Spritzgussform aufgetragen. Diese wird damit härter als zuvor und kann zum Beispiel auch vor Rost geschützt werden.

Kooperation mit Fraunhofer-Institut

Procter & Gamble setzt in Marktheidenfeld vier Prototypen-Laseranlagen ein. Alle wurden mit einem Institut der Fraunhofer-Gesellschaft entwickelt. Außer zum Reparieren werden die Anlagen zum Beispiel auch für feines Bohren genutzt.

Und eine neue Anwendung wird gerade vorbereitet. Eimann testet das Polieren der Spritzguss-Werkzeuge mit Laser. „Bisher geschieht das in Handarbeit“, sagt er.

Für komplizierte Formen dauere das mehrere Stunden. „Der Laser schafft das ungefähr in einem Viertel der Zeit – bei besserer Qualität.“

JH

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