Frauen und Technik

Mit Charme und Ehrgeiz


Neue Aufgabe: Sabine Häfelein in ihrer Abteilung am Montageband der 3er-Reihe. Foto: Schulz

Sabine Häfelein macht als Meisterin bei BMW Karriere

München. Sie ist es gewohnt in einer Männerwelt zu arbeiten. Auf den Stationen zur einzigen Meisterin im Münchner BMW-Werk blieb Sabine Häfelein oft die einzige Frau: zum Beispiel im Prototypen-Bau. Dort war sie nach ihrer Lehre als Konstruktionsmechanikerin drei Jahre beschäftigt – umgeben von 62 Kollegen.

Eine Situation, der sie auch heute ganz unerschrocken begegnet. „Man muss sich mit seinem Können beweisen“, sagt die 23-Jährige selbstbewusst. „Ob Mann oder Frau, spielt dann keine Rolle.“

Ab Februar einen grünen Arbeitsmantel

Im November hat sie ihre neue Aufgabe begonnen: als Meisterin am Montageband der 3er-Reihe. In ihrem Abschnitt werden unter anderem die Türen eingebaut, Dekorleisten angeklippt und Scheibenwischer angeschraubt. Auch die sogenannte Nach-Arbeit gehört dazu: „Das ist die letzte Qualitätsprüfung, bevor die Karosserie mit Motor, Getriebe und Fahrwerk verbunden wird.“

Es gab viele Bewerber für die Stelle, aber nur eine Bewerberin. Häfelein, die seit ihrer 2002 begonnenen Ausbildung bei BMW arbeitet, hat es geschafft. Zwei Meister sind für die Abteilung mit 88 Mitarbeitern zuständig. Unter den Beschäftigten immerhin sechs Frauen. Gearbeitet wird in zwei Schichten, ein Meister ist immer dabei.

Am Schichtbeginn geht die Meisterin des Karosserie- und Fahrzeugbauer-Handwerks auf dem silbernen Band entlang und begrüßt alle mit Handschlag. Auch Johann Pauli. Er trägt nicht wie alle anderen einen blauen Arbeitsmantel, sondern einen grünen: die Kluft der Meister.

Im Februar wird Häfelein die Farbe wechseln. Dann tritt sie die Meisterstelle offiziell an – als Jüngste. Bis dahin wird sie von Pauli eingearbeitet. Der erfahrene Kollege, der im April in Pension geht, lobt seine Nachfolgerin: „Was ihr erklärt wird, versteht sie schnell, setzt es eins zu eins um, und sie kann es auch gut an die Mitarbeiter weitergeben.“

Für Pauli sind das die entscheidenden Voraussetzungen dafür, die Qualität der Autos ständig zu verbessern: „Das ist eine Lebensaufgabe.“ Häfelein zieht daraus ihre Schlüsse. „Der Meister muss mit offenen Augen durch die Produktion gehen“, sagt sie. „Dann kann man von den Mitarbeitern viel erfahren und die Fertigung kontinuierlich optimieren.“

„An erster Stelle bleibt die Technik“

Ziele verfolgt die zierliche Frau mit dem charmanten Lächeln  nicht nur in ihrer Arbeit beharrlich. Auch für ihre Berufslaufbahn steckt sie sich immer neue Wegmarken und bekennt: „Man muss schon ehrgeizig sein.“

Freilich, jetzt hat sie ihre neue Stelle erst angetreten. „Ich bin aber offen für Schulungen und Weiterbildung.“ Zum Beispiel seien auch betriebswirtschaftliche Themen in ihrem Job wichtig. Doch für Sabine Häfelein steht fest: „An erster Stelle bleiben für mich immer die Technik und das Handwerkliche.“

Meine Arbeit

Wie kamen Sie zu Ihrem Beruf?

Ich bin damit groß geworden, dass ich mit meinem Vater an alten Autos gebastelt habe. Er ist ein echter Oldtimer-Fan.

Was gefällt Ihnen besonders?

Kein Tag ist gleich, jeder bringt neue Herausforderungen. Wir produzieren zwar immer Autos, aber es stellt sich immer mal wieder ein Problem. Das schnell zu lösen, ist der Reiz.

Worauf kommt es an?

Die Gruppe ist nur so gut wie der Meister. Und der Meister ist nur so gut wie die Mitarbeiter. Es muss einfach passen.

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Schlagwörter: Ausbildung

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