Kleine Helfer in Heizungsventilen und Autokühlern

Mini-Motoren von PM-DM sparen Energie

Villingen-Schwenningen. Für die Autobranche ist es eine große Herausforderung: Immer weniger CO2 sollen die Fahrzeuge in die Luft blasen. Dazu wird an allen Stellschrauben gedreht, zum Beispiel an der Aerodynamik, also an der Lenkung der Luftströme. Das Unternehmen PM-DM (Precision Motors Deutsche Minebea) steuert dazu einiges bei, mit einem Motorsystem, das Lamellen hinter dem Kühlergrill bewegen kann.

Sind die Klappen zu, kommt keine kalte Luft in den Motorraum: „Dadurch heizt sich der Motor beim Start im Winter schneller auf, und das spart Sprit“, erklärt Roman Klein, PR-Manager von PM-DM. Außerdem wird dadurch beim Fahren der Luftwiderstand im Motorraum gesenkt – auch das spart Benzin.

Hergestellt werden die Klappen vom Unternehmen Röchling Automotive in Mannheim. PM-DM hat den Antrieb dafür entwickelt. „In dem knapp zehn Zentimeter großen Gehäuse steckt jede Menge Tüftelei“, sagt Klein. Das Unternehmen in Villingen-Schwenningen ist spezialisiert darauf. Der Standort mit gut 270 Forschern, Ingenieuren und Technikern ist im japanischen Konzern Minebea (weltweit 55.000 Mitarbeiter) das größte Entwicklungszentrum für Motoren.

„Innovationsbrutkasten“ nennt Klein die Hightech-Fabrik im Schwarzwald. Hier werden auch Antriebe für Festplatten in Computern entwickelt, dem Kerngeschäft des Mutterkonzerns. Minebea ist weltweit einer der drei größten Hersteller solcher Festplatten-Motoren und produziert jeden Monat mehr als sechs Millionen davon. Im Schwarzwald werden alle Produkte zunächst als Muster gefertigt, bevor sie an anderen Standorten in die Massenproduktion gehen.

Als Motoren-Entwicklungszentrum wollte das Unternehmen ein Stück unabhängiger werden vom Konzern: „Mit den Antrieben für die Kühlerlamellen haben wir unser eigenes Produkt entwickelt“, erklärt Personalchef Markus Wethkamp. Aus dieser Strategie ist auch das Heizkörperventil entstanden, das seine benötigte Energie selbst erzeugt.

Dabei wird der Temperaturunterschied zwischen Heizkörper und Raum genutzt und daraus Energie gewonnen. Mithilfe eines thermoelektrischen Generators entsteht daraus Strom – und das macht Batterien überflüssig.

Die hellen Köpfe bei PM-DM haben alle Register gezogen, um dem Ventilsystem Leben einzuhauchen. Das i-Tüpfelchen: Die Raumtemperatur lässt sich per Smartphone oder Tablet steuern und wochenweise im Voraus programmieren.

„Eine Kompetenz, mehrere Standbeine – das ist unser Erfolgskonzept“, so Personalchef Wethkamp. Die Minimotoren kommen außerdem in Akkuschraubern zum Einsatz, in verstellbaren Auto-Scheinwerfern oder in Tankpumpen. Wethkamp bringt es auf den Punkt: „Als Wissenszentrum für den Konzern müssen wir uns um die Zukunft keine Sorgen machen.“


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