Ein Großgerät in 24 Stunden

Miele beliefert Firmenkunden nur mit frisch produzierten Textilpflege-Maschinen

Lehrte. Die neue Bordiermaschine, sagt Produktionsleiter Axel Eising, „ist ein Quantensprung für unsere Fertigung“. Sie fügt die blitzblank polierten und in Reih und Glied aufgestellen Edelstahltrommeln mit den kreisrunden Rückwänden zusammen und lässt sich in drei Minuten umrüsten – bisher lag die Rüstzeit bei zwei Stunden. „So können wir täglich jede beliebige Trommelgröße fertigen“, so Eising. „Und bei gleichbleibend hoher Qualität kürzeste Lieferzeiten bieten.“

Wenn etwa Kliniken oder Seniorenheime einen Ausfall melden

Wir sind im Miele-Werk in Lehrte bei Hannover. 380 Mitarbeiter bauen und entwickeln hier Wäschereitechnik für gewerbliche Kunden. Die Produktvielfalt ist enorm: Gebaut werden Waschmaschinen mit 8 bis 32 Kilo Füllgewicht, Trockner für 8 bis 40 Kilo sowie Mangeln ebenfalls in diversen Ausführungen. Insgesamt kann man über 600 Varianten liefern – im Extremfall binnen 24 Stunden nach Auftragseingang.

Die von der konzerneigenen Fertigungstechnik in Gütersloh produzierte, weltweit einzigartige Bordiermaschine „ist nur eines von vielen Beispielen, die zeigen, wie wir unser Werk neu positioniert und fit gemacht haben“, erklärt der Leiter des Geschäftsbereichs Professional Technik, Michael Krimpmann.

Ab 2006 richtete das in vierter Generation familiengeführte Unternehmen sein Produktionssystem in Lehrte völlig neu aus. „Make to order“ heißt nun die Formel: Produkte werden nur noch auf Kundenwunsch produziert und spätestens nach fünf Tagen ausgeliefert; eine teure Produktion auf Lager gibt es nicht mehr.

Insgesamt investierte Miele in Lehrte 50 Millionen Euro. Nach dem Vorbild der japanischen Auto-Industrie wurden komplette Produktlinien neu organisiert, die gesamte Werklogistik umgekrempelt und rund 1 Million Euro in die Weiterqualifizierung der Mitarbeiter gesteckt. Mit Erfolg: Jedes Jahr wächst die Wertschöpfung am Standort um rund 6 Prozent.

Die meisten Mitarbeiter sind mehrfach qualifiziert und können so an unterschiedlichen Arbeitsplätzen eingesetzt werden. Damit kann Lehrte die Nachfrageschwankungen auffangen und besondere Kundenwünsche kurzfristig erfüllen.

Etwa wenn Kliniken, Feuerwehren oder Seniorenheime einen Ausfall melden. Auch viele andere Kunden in Handwerk und Gewerbe sind auf verlässlich laufende Maschinen angewiesen. „Unsere Profigeräte laufen Tag und Nacht und müssen bis zu 30.000 Betriebsstunden erreichen“, sagt Krimpmann. Eine Waschmaschine im Privathaushalt bringt es auf rund 10.000 Stunden Lebensdauer.

Seit 2012 läuft im Bereich der gewerblichen Wäschepflege die größte Produktoffensive in der Geschichte des Miele-Konzerns, der im letzten Geschäftsjahr mit der Rekordzahl von 17.660 Mitarbeitern rund 3,2 Milliarden Euro umsetzte. Viele Geräte der Professional-Linie wurden neu konzipiert, platzsparender gebaut, und ihr Energieverbrauch wurde erheblich gesenkt.


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