Wo Maßhalten das A und O ist

MHT im Rheingau liefert Spritzgießwerkzeuge in alle Welt

Hochheim. Ist das Werkstück perfekt? Stimmen die vorgegebenen Maße auf den Mikrometer genau? Sorgfältig vermisst Daniel Jung an einem geeichten Messtisch jedes von ihm gefertigte Teil mithilfe eines speziellen elektronischen Messgeräts. „Maßhaltigkeit ist bei uns das A und O“, betont der Werkzeugmechaniker.

Das Prüfteil ist ein Kernstück der Spritzgießwerkzeuge, die bei Mold and Hotrunner Technology (MHT) in Hochheim am Main produziert werden. Es gibt dem Drehgewinde eines Vorformlings die richtige Gestalt. Dieser Preform wird zur Herstellung von PET-Flaschen benötigt.

MHT zählt zu den führenden Anbietern von kompletten Werkzeugen zur Herstellung von Preforms, die dann zu Kunststoffbehältern aufgeblasen werden. In den tonnenschweren Anlagen wird geschmolzener Kunststoff in Formnester eingespritzt und abgekühlt als Preform ausgegeben.

Mit einem Werkzeug entstehen im Jahr über 600 Millionen Flaschen

Daraus entstehen dann Verpackungen für Putz- und Waschmittel, Ketchup oder auch Blutteströhrchen, vor allem aber Flaschen für die Getränke-Industrie.

Mit 192 Formnestern in einer Stahlplatte hält MHT den Rekord als Hersteller der größten PET-Spritzgießwerkzeuge der Welt. „Mit einer Anlage können so über 600 Millionen absolut identische Flaschen pro Jahr produziert werden“, sagt der kaufmännische Vorstand Christoph Kückels.

Das Know-how aus dem Rheingau kommt in der ganzen Welt an. Die Exportquote liegt bei über 80 Prozent. Neben dem Stammsitz in Hochheim gibt es Standorte in Luxemburg, den USA, Mexiko und Brasilien. Eine Niederlassung in Schanghai wird gerade aufgebaut. Allein in den letzten drei Jahren wurden zehn neue Stellen im Unternehmen geschaffen.

Von einer solchen Expansion hatten die Gründer des Unternehmens nicht einmal geträumt. 1996 wagten elf Männer aus der Not heraus den Schritt in die Selbstständigkeit. Ihr damaliger Arbeitgeber, ein internationaler Konzern, hatte die Produktion ins Ausland verlagert.

Zum Neustart nutzten sie ihre Abfindungen. Anteile an der eigens gegründeten Aktiengesellschaft können bis heute nur Mitarbeiter erwerben. „Man bekommt nichts geschenkt, sondern muss dafür eigenes Geld in die Hand nehmen“, so Kückels, der seit 2005 dabei ist und ebenfalls in den eigenen Betrieb investiert hat.

Heute hat die AG 150 Mitarbeiter weltweit. Jeder dritte ist am Unternehmen beteiligt und steht damit in der Position von Arbeitnehmer und Aktionär.

Der Verantwortung ist sich dabei jeder bewusst. Kückels: „Meist stimmt die Aktionärsversammlung nicht für hohe Ausschüttungen, sondern eher für die Bildung von Rücklagen und weitere Investitionen.“


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