Massagen, Sport und Gesundheitspunkte

Metallfirma ABP fördert die Fitness der Mitarbeiter – und lockt mit Extra-Urlaub

Dortmund. Die leuchtende Firmenfarbe zieht gleich alle Blicke an: „Orange Dragons“ nennt sich die Fußballmannschaft von ABP Induction in Dortmund. Und Dragons, auf Deutsch „Drachen“, spucken Feuer. Auch das passt, das Unternehmen produziert Induktionsöfen und Erwärmer für Stahlwerke, Schmieden und Gießereien.

Einmal im Monat treffen sich 16 Mitarbeiter, um gemeinsam gegen den Ball zu treten. Der Fußball war für ABP die Einstiegsdroge in die Gesundheitsförderung. „Wir haben hier einen Männeranteil von über 90 Prozent, und Männern soll man nicht mit gesunder Ernährung kommen“, erzählt Betriebsratsvorsitzender Frank Schlimme.

Nach den Fußball-Fans haben auch Kletterer, Jogger und Radler zusammengefunden. Videoclips im Intranet und Plakate im Fahrstuhl und am Drucker erinnern an Dehnübungen während der Arbeit. Gesundheit geht alle an, lautet die Devise bei den Dortmundern.

Von dem Fitness-Konzept möchten auch andere Betriebe lernen. Bulten in Bergkamen etwa, mit rund 200 Mitarbeitern gleich groß. Beim Gesundheitsmanagement ist der Schraubenhersteller da, wo ABP vor wenigen Jahren war. „Warum das Rad neu erfinden, wenn man auf Bewährtes zurückgreifen kann?“, so Bultens Personalleiterin Sandra Voß. „Uns interessieren besonders die Erfahrungen während der Einführung.“

Den Erfahrungsaustausch organisiert das Netzwerk Industrie Ruhr Ost (Niro), ein Zusammenschluss von 65 Firmen der Maschinenbau-Branche sowie der Metall- und Elektro-Industrie rund um Unna. Die meisten Mitglieder sind wie ABP und Bulten mittelständische Unternehmen. Die Verantwortlichen treffen sich, besuchen die Betriebe von Kollegen, tauschen sich über Projekte aus und nutzen gemeinsam Umfragebögen und Infomaterialien. Das Gesundheitsmanagement ist ein beliebtes Thema, denn die Belegschaften altern.

Beim Ofenbauer ABP liegt der Altersdurchschnitt bei über 44 Jahren. Die Mitarbeiter sind oft unterwegs, um Öfen im Ausland, etwa in China und Indien, zu montieren und zu warten. „Deshalb wollten wir präventiv tätig werden“, sagt Personalleiter Jannis Falk.

Ein Gesundheitszirkel, in dem Fertigung und Verwaltung vertreten sind, sammelt und verwirklicht die Ideen. „Wir wollen jedes Quartal ein Highlight bieten“, so Betriebsrat Schlimme. Mal ist es die Rückenschule, mal eine Umfrage über die Zufriedenheit mit der Kantine. Zurzeit können die Mitarbeiter anonym an der Darmkrebsvorsorge teilnehmen. Die Firma trägt die Kosten. Und: Gesundheitsaktivitäten bringen Punkte. Wer 50 im Jahr zusammenhat, bekommt einen Urlaubstag extra. Schlimme hat das Ziel bereits erreicht.

Sehr begehrt ist die betriebliche, von der Firma bezuschusste Massage. Schlimme versucht, jede Woche einen Termin zu ergattern. „Ich habe über 30 Jahre schwer körperlich gearbeitet“, erzählt der Schlosser. „Seit ich mich regelmäßig massieren lasse, sind die Rückenschmerzen so gut wie weg.“

Bei den „Orange Dragons“ kickt der Betriebsratsvorsitzende übrigens mit – wie auch der Personalleiter. „Dafür nehmen wir gern den einen oder anderen blauen Fleck in Kauf“, sagt Personalchef Falk. Schließlich geht es nicht nur um Sport, sondern um Zusammenhalt.


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