Berufliche Weiterbildung stark gefragt

Metaller haben Lust aufs Lernen

Bietigheim-Bissingen/Waldkirch. Wissen ist für unsere Industrie der wichtigste Rohstoff. Die Betriebe investieren deshalb immer mehr, damit sie ihre Mitarbeiter ständig auf dem Laufenden halten können. 33,5 Milliarden Euro im Jahr gaben Unternehmen in Deutschland zuletzt dafür aus. Das sind 16 Prozent mehr als noch 2010.

Das hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer jüngst veröffentlichten Studie herausgefunden. Vor allem dort, wo Innovationen eine große Rolle spielen, wie in der Metall- und Elektro-Industrie, ist regelmäßige Fortbildung selbstverständlich. Ein Beispiel dafür ist der Bietigheimer Lackieranlagenbauer Dürr.

„Besonders gefragt waren im vergangenen Jahr Weiterbildungen zum Thema Kundenkontakt, aber auch Software-Schulungen und natürlich spezielle technische und kaufmännische Fachkurse“, resümiert Paul Eckert, Leiter Personalentwicklung bei Dürr. Das Interesse der Mitarbeiter an Fortbildung und die Angebote des Unternehmens sind 2014 erneut deutlich gewachsen.

„Wir hatten rund 10.000 Schulungsteilnahmen. Das ist ein Plus von 10 Prozent“, erklärt Eckert. Der organisatorische und personelle Aufwand für Unternehmen ist immens: Bei Dürr wurde in den vergangenen Jahren auch in die räumliche Ausstattung auf dem Bietigheimer Firmencampus investiert, um noch bessere Lern- und Lehrbedingungen zu haben. „Wir haben nun ein weiteres Gebäude, wo die Trainings stattfinden können“, sagt Eckert.

Die mittelständische Sick AG, Sensorspezialist aus Waldkirch bei Freiburg, unterhält dafür eine eigene Akademie. 80 Trainer und Berater bieten dort pro Jahr rund 400 Schulungen für die Beschäftigten an.

Jobgarantie bei längeren Fortbildungen

Nicht immer jedoch kann die Weiterbildung in den Unternehmen stattfinden. Das gilt beispielsweise bei einer Techniker- oder Meisterausbildung. Wer eine solche Zusatzqualifikation anstrebt, muss dafür aber nicht seinen Job aufgeben.

Bis zu fünf Jahre hat ein Mitarbeiter Anspruch darauf, auf einem mindestens gleichwertigen Arbeitsplatz nach Abschluss der Zusatzausbildung wieder einzusteigen. Das regelt der Tarifvertrag zur Qualifizierung, der in Baden-Württemberg seit 2001 gilt. In der aktuellen Tarifrunde wird darüber neu verhandelt. Neben Facharbeitern, die ihren Techniker machen wollen, werde der befristete Ausstieg auch von Bachelor-Absolventen genutzt, um ein Masterstudium anzuhängen. Dürr bietet in Einzelfällen auch Teilzeit, wenn sich ein Mitarbeiter neben dem Job weiterqualifizieren will.

Auch wenn nicht gleich der Wunscharbeitsplatz winkt: „Fortbildung lohnt sich“, so ist Eckert überzeugt. „Wer weiterkommen will, wird vom Unternehmen gefördert.“


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