Kanülen und Wundnadeln

Metall macht gesund


Dreieich. „Jeder Mensch kann mit unseren Produkten in Berührung kommen. Denn die sind in fast jeder Arztpraxis zu finden“, erzählt Johanna Rieger und arbeitet weiter an Kanülen, die bei der Verödung von Venen zum Einsatz kommen werden.

Sie ist in der Produktion von Acufirm Ernst Kratz beschäftigt. Der Zuliefer-Betrieb für Medizintechnik in Dreieich wurde 1885 zur Entwicklung und Produktion medizinischer Instrumente gegründet. Heute werden hier Kanülen und Wundnadeln in höchster Qualität gefertigt.

Neustart nach Insolvenz

Diese Nadeln benötigt man zum Beispiel beim Spülen und Desinfizieren von Wunden, beim Auftragen von Salben, beim Spülen von Augen, Ohren oder Nasen. Und sie kommen in der Krebstherapie zum Einsatz, außerdem beim Einzementieren künstlicher Hüftgelenke oder in der Anästhesie.

„Wir bieten eine unglaubliche Vielfalt. Damit setzen wir uns von der Massenware aus Fernost ab“, erläutert Geschäftsführerin Silja Kluge. Mit ihrem Vater Norbert hat sie das Unternehmen 2010 nach einer Insolvenz übernommen. Die beiden betreiben in Berlin bereits die Feuerstein GmbH.

Seit mehr als 50 Jahren werden dort chirurgische Nadeln hergestellt.
Durch den Kauf des ehemaligen Wettbewerbers vergrößerte der 20 Mitarbeiter zählende Familienbetrieb die eigene Produktpalette deutlich und rettete in Dreieich 40 von zuletzt 60 Arbeitsplätzen.

„Wir hatten anfangs schon Angst, uns mit der größeren Firma zu übernehmen, aber bei genauerer Betrachtung wussten wir, dass das zu schaffen ist“, so Kluge, die auch persönlich einen doppelten Einsatz leistet. Die frischgebackene Mutter lebt mit Baby und Ehemann in Berlin und Dreieich.

Neben dem Know-how der Mitarbeiter bei Acufirm überzeugte sie auch die große Fertigungstiefe. In der Zieherei entstehen Edelstahlrohre mit Durchmessern von 0,25 bis zu 4 Millimetern, Grundprodukt der Kanülen. Auf selbst konstruierten Maschinen werden die Produkte unter strengen Qualitätsanforderungen bearbeitet. Und sogar eine eigene Galvanik ist in Betrieb.

Kräftig investiert

„Unsere Fertigungstiefe ist in der Branche etwas ganz Besonderes und der Garant für Vielfalt und höchste Qualität“, betont Betriebsleiter Rainer Hoffmann. Unabhängig vom Kaufpreis investierten die Kluges schon mehrere Hunderttausend Euro in die Modernisierung des Betriebes, um vor allem die Produktivität zu steigern. Die Auftragslage ist gut. Seit der Übernahme konnten bereits fünf weitere Mitarbeiter eingestellt werden.

„Anhand der Aufträge spürt man, dass es aufwärts geht. Das tut gut“, sagt Johanna Rieger. Und Silja Kluge ist überzeugt: „Acufirm hat in der Branche einen sehr guten Ruf und wir tun hier alles, damit er auch in Zukunft besteht.“

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