Weniger Kabel auf der Baustelle

Metabo entwickelt ganz neue Power-Akkus für Profiwerkzeuge

Nürtingen. Winkelschleifer, Bohrmaschinen, Kappsägen, Bohrhämmer: Noch müssen solche Werkzeuge meist per Kabel mit Strom versorgt werden, vor allem, wenn sie hohe Leistungen bringen müssen und ständig im Einsatz sind. Bei Metabo ist man jetzt dabei, das zu ändern.

„Die kabellose Baustelle ist unsere Vision“, erklärt Personalchef Wolfgang Hertel. Schon heute wird rund die Hälfte der jährlich über eine Million verkauften Elektrowerkzeuge mit einem Akku ausgestattet.

Das 1924 gegründete Traditionsunternehmen Metabo konzentriert sich seit seiner Neuausrichtung im Jahr 2009 auf professionelle Anwender in den Bereichen Bauen und Renovieren sowie Metall-Handwerk und -Industrie. Damit Profis gut mit den Akkugeräten arbeiten können, müssen die Metabo-Entwickler zwei Anforderungen unter einen Hut bringen. Der Stromspeicher muss genügend Kapazität haben und ausreichend Strom liefern, um hohe Motorleistungen zu erzielen.

Mit der neuen LiHD-(Lithium-Ionen-High-Density)-Akkutechnologie, die erst im Mai vorgestellt wurde, erreicht Metabo als Hersteller weltweit in der Branche eine neue Stufe. „Wir können nun auch Geräte mit einer Leistung von 1.000 bis 2.400 Watt ohne Kabel betreiben“, erklärt Wolfgang Stickel, der die Elektronik-Entwicklung leitet.

Die LiHD-Technologie basiert auf neuartigen Hochleistungszellen und einem optimal darauf abgestimmten Akkupack. Der wurde von Metabo entwickelt. Das ermöglicht komplett neue Anwendungen, beispielsweise den weltweit ersten Zweihand-Akku-Winkelschleifer, den Metabo ab Anfang kommenden Jahres ausliefern wird.

Dass der schwäbische Mittelständler mit seinen 1.050 Mitarbeitern am Stammsitz in Nürtingen und rund 1.800 weltweit bei kabellosen Werkzeugen technologisch führend ist, liegt nach Einschätzung von Stickel auch an der langjährigen Entwicklungszusammenarbeit mit führenden Akkuzellen-Herstellern.

Ob Kabel oder Akku – zum Erfolg auf dem Weltmarkt trägt zudem bei, dass die Geräte in Baden-Württemberg hergestellt wurden. Denn Metabo produziert die meisten Teile selbst, hat eine eigene Kunststoffspritzerei für die Gehäuse, gießt und härtet Metallteile und produziert sogar die Bohrfutter im eigenen Werk. Mehr als 70 Prozent aller Komponenten stammen laut Hertel aus Nürtingen.

Die Werkzeuge aus Schwaben sind auch in China gefragt, obwohl Metabo seit mehr als zehn Jahren auch in Schanghai produziert. „Chinesische Handwerker wollen unbedingt etwas made in Germany“, sagt Hertel schmunzelnd.


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