Sicherheitsfahrzeuge von Audi

Merkels fahrende Festung

Gut angekommen: Die Kanzlerin war in den vergangenen Jahren häufig im Audi unterwegs. Foto: dpa

Ingolstadt. Wenn Angela Merkel aus ihrem Regierungs-Audi aussteigt, verlässt sie eine Sicherheitszelle aus Panzerstahl und schusssicherem Glas. Die fahrende Festung schützt die deutsche Bundeskanzlerin vor möglichen Anschlägen. Staatskarossen wie diese halten Angriffen mit Granaten und Sprengstoff stand.

Audi bietet, wie auch die anderen deutschen Premium-Hersteller BMW und Daimler, solche Sonderfahrzeuge an. Und in diesem Jahr bringen die Ingolstädter eine neue Generation ihrer gepanzerten Limousine auf den Markt. Sie hoffen, damit bei Regierungen zu punkten – national wie international. Ab Herbst wird der aktuelle A8 L Security ausgeliefert.

Das modernisierte Fahrzeug wiegt mit 3,6 Tonnen fast doppelt so viel wie das einfache A8-Serienmodell. Der Grund ist die schwere Panzerung. Trotzdem beschleunigt ein 500-PS-Motor den Koloss aus dem Stand in gut sieben Sekunden auf 100 Stundenkilometer.

In Kombination mit dem Allrad-Antrieb kommt der Wagen im Ernstfall so schnell aus der Gefahrenzone – selbst wenn einmal die Reifen zerschossen sein sollten. Dafür sorgt ein spezieller Gummimantel direkt auf der Felge.

Zur Sonderausstattung gehört der Schutz vor Gas-Attacken. Bei Gefahr strömt bis zu zehn Minuten lang Sauerstoff in das Fahrzeug. Aufgrund eines höheren Innendrucks drängt dieser hinaus und verhindert so, dass Stoffe von außen in den Wagen gelangen.

Optional schützt ein Feuerlöschsystem vor Bränden. Und falls die Insassen doch einmal ungeplant das Fahrzeug verlassen müssen, können kleine Sprengkörper in den Scharnieren der Türen dafür sorgen, dass der Weg nach draußen schnell frei ist.

Die Wagen werden in mehr als 40 Ländern eingesetzt

Neben Politikern in Deutschland und Europa leisten sich auch Kunden auf anderen Kontinenten diese mehr als 400.000 Euro teuren Karossen. „Der Schwerpunkt liegt im Nahen und Mittleren Osten sowie in Südamerika“, sagt Sören Rinka, in der Audi-Zentrale zuständig fürs Marketing der Sonderschutzfahrzeuge. Genauer will der Audi-Mann nicht werden.

Die Fahrzeuge fahren insgesamt in über 40 Ländern. Eine besondere logistische Herausforderung ist dabei der Service-Dienst. „Denn Wartung und Reparatur kann nicht die Werkstatt um die Ecke übernehmen“, erklärt Rinka. Reifen, Türen, Karosserie – alles ist schließlich keine Serien-Produktion. Außerdem brauchen die Serviceleute eine besondere Ausbildung.

Ein Werkstattnetz in allen Ländern lohnt sich aber nicht. Deshalb gibt es kleine mobile Teams. Bei Audi nennt man sie scherzhaft auch „flying doctors“ (fliegende Ärzte). Ein häufiges Ziel ist Brüssel. „Denn während eines EU-Gipfels haben wir viele unserer Autos zeitgleich an einem Ort“, sagt Rinka.


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