Gesundheit

Mehr Schwung für Fitness


Gut für die Muskeln: Wer die Hantel mit gestrecktem Arm hebt, bekommt Power. Foto: Blickwinkel

Chemie-Unternehmen tun eine Menge für gesunde Mitarbeiter

Sie strecken die Arme. Und beugen den Oberkörper. Gaaanz weit nach hinten – fast wie Gummimännchen. „Das tut gut“, sagt Julia Schwer, „und stärkt die Rückenmuskulatur.“ Auch Kollegin Sandra Hofmaier übt sich im Rückwärtsbeugen. Die beiden trainieren im Fitness-Center „Rückgrat“ in Donaueschingen. Zum halben Preis. Denn sie sind Beschäftigte des Familien-Unternehmens FreiLacke.

„Das Bewegungstraining gehört zu unserem Gesundheitsprogramm“, erklärt Personalchef Winfried Klötzer. „Wir bieten es seit Oktober 2007 an.“ Etwa 10 Prozent der 350 Mitarbeiter machen mit, auch der Personalchef. Von Anfang an übrigens. „Das ist Klasse“, schwärmt Klötzer. Beim Training könne man gut Stress abbauen.

Belegschaften werden älter

Ein Beispiel von vielen. Die Chemie-Unternehmen Baden-Württembergs tun was, damit ihre Beschäftigten fit bleiben. Denn klar ist: Die Deutschen werden älter, die Belegschaften ebenfalls. Und Rente gibt es erst mit 67. Doch wer länger arbeiten soll, muss das können. Kurz: Er muss fit bleiben.

Deshalb nimmt der Tarifvertrag „Lebensarbeitszeit und Demografie“ der Chemie-Sozialpartner die Betriebe hier in die Pflicht. Denn schon 2020 werden laut Statistik 40 Prozent der Erwerbstätigen über 50 Jahre alt sein.

 

Bei Lack-Hersteller FreiLacke beugt man bereits jetzt vor. Rückenerkrankungen zum Beispiel. Das Fitness-Center „Rückgrat“ hat sich auf die Altersgruppe „40plus“ spezialisiert und trainiert Wirbelsäule, Becken und Hüfte.

Bei Roche Diagnostics in Mannheim setzt man ebenso auf Gesundheitsförderung. Der Diagnostik-Hersteller hat für die etwa 7000 Beschäftigten am Standort 2007 ein „Roche Aktiv-Center“ mit Übungsgeräten ausgerüstet, das von acht bis acht geöffnet hat.

Erst der Check, dann das Training

„Für mich ist das ideal, weil ich mein Training so optimal mit meiner Arbeitszeit abstimmen kann“, sagt Frank Fillinger, Leiter Kaufmännische und IT-Ausbildung.

Rund 270 Mitarbeiter trainieren schon. „Das Zentrum ist zu 100 Prozent ausgelastet“, weiß Ramona Ritter von der Personalabteilung. Profis betreuen die Fitness-Fans. Basis des Trainings ist ein Gesundheits-Check. Wer will, kann Entspannungsübungen und Yoga machen.

Auch der Gase-Spezialist Basi Schöberl in Rastatt hat für seine Beschäftigten schon Fitness-Club und Schwimmbad-Besuch bezuschusst. Firmenchef Hans Schöberl ist die Gesundheit der etwa 100 Mitarbeiter ein Anliegen: „Alle zwei Jahre bieten wir Rauchern einen Entwöhnungskurs.“ Erst neulich begutachtete ein Experte die Arbeitsplätze.

Gesundheit am Arbeitsplatz ist auch bei der Mineraloelraffinerie Oberrhein in Karlsruhe ein Thema. „Trainer kommen zum Beispiel in die Messwarte, geben Tipps, wie man sich richtig bewegt, und zeigen Entspannungs-Übungen“, so Pressesprecherin Yvonne Schönemann. Auch Physiotherapie-Behandlung und persönliche Beratung zu Ernährung und Fitness sind im Angebot.

Seit Jahren bietet die Raffinerie ihren 1.000 Beschäftigten ein breites Gesundheits-Programm. Und dann gibt es da noch den Sportverein, in dem sich etwa 1350 Mitglieder tummeln. Überwiegend sind es Mitarbeiter und Angehörige. Fit-Sein ist gefragt. Auch in den Betrieben.

Gabriele Koch-Weithofer

Artikelfunktionen


'' Zum Anfang