Tipp der Woche

Mehr Geld für die lernende Jugend


Mit BAföG büffelt es sich leichter: Gefördert werden auch junge Leute, die noch bei ihren Eltern wohnen. Foto: Caro

Vater Staat erhöht die Bafög-Sätze – auch für Schüler

Bafög? Das ist doch nur was für Studenten,  oder? Falsch! Vom Bundesausbildungsförderungsgesetz profitieren auch schulische Ausbildungen – und der zweite Bildungsweg. Ab Herbst 2008 gibt es mehr Geld und Verbesserungen im System. Aber die Sache bleibt knifflig: Ohne Beratung verliert man leider leicht den Überblick im Dschungel der Ausnahmeregelungen. AKTIV kann da auch nur ein paar Wegweiser aufstellen:

Wer bekommt Bafög?

Studenten, Fachschüler und Fachoberschüler sowie alle, die ihren Schulabschluss auf dem zweiten Bildungsweg nachholen. Ab der zehnten Klasse können normale Schüler Geld bekommen, wenn sie nicht mehr bei ihren Eltern wohnen.

Wie viel wird gezahlt?

Das hängt von Ausbildung und Lebenslage ab. Im Herbst steigen die Sätze um 10 Prozent: Dann gibt es pro Monat zwischen 212 Euro (Berufsfachschüler, der bei den Eltern lebt) und 643 Euro (Student mit eigener Wohnung). Und seit kurzem gibt es außerdem den neuen Kinderzuschlag, wenn der Geförderte schon eigenen Nachwuchs hat.

Darf man jobben?

Großartig dazuverdienen geht nicht: Bafög-Empfänger sollen ja in erster Linie lernen. Ab Herbst ist aber ein 400-Euro-Minijob erlaubt.

Kredit oder Zuschuss?

Das normale Bafög wird je zur Hälfte als Zuschuss und als zinsloses Darlehen gezahlt. Schüler-Bafög und Kinderzuschläge müssen gar nicht zurückgezahlt werden. Und denen, die zu den besten 30 Prozent ihres Jahrgangs zählen oder die Bafög-Schulden auf einen Schlag tilgen, erlässt Vater Staat einen großen Teil des Darlehens.

Was dürfen die Eltern verdienen?

Ab Herbst gelten höhere  Freibeträge von 1.555 Euro für ein Ehepaar plus 470 Euro für jedes Kind. Ein höheres Einkommen wird höchstens zur Hälfte angerechnet. Beispiele zeigen, dass es auch bei einem Eltern-Jahresbrutto von mehr als 30.000 Euro noch Bafög fürs Kind geben kann.

Wird der Verdienst der Eltern stets angerechnet?

Nein: Elternunabhängiges Bafög bekommt zum Beispiel, wer auf dem Abendgymnasium das Abitur nachholt. Und wer nach einer Ausbildung mindestens drei Jahre (beziehungsweise ohne Ausbildung fünf Jahre) berufstätig war.

Wo erfährt man mehr?

Das Bundesbildungsministerium hat unter der Nummer 0800-2236341 eine Gratis-Hotline eingerichtet. Wer dort abnimmt, kennt sich aus – und weiß auch, welches Amt vor Ort zuständig ist.

www.das-neue-bafoeg.de

www.bafoeg-rechner.de

Info: Meister-Bafög

Wer „Meister-Bafög“ sagt, meint eigentlich „AFBG“: Das Aufstiegsfortbildungsförderungsgesetz hilft Berufstätigen, die sich nach der Lehre weiterbilden möchten – etwa zum Meister.

Altersgrenzen gibt es nicht. Lehrgangs- und Prüfungsgebühren werden immer gefördert. Für den Lebensunterhalt kann zum Beispiel ein Single ohne Kind monatlich bis zu 614 Euro bekommen. Wie hoch diese Förderung jeweils ist, hängt auch vom eigenen Vermögen sowie vom Einkommen des Ehegatten ab. Gut 30 Prozent gibt es geschenkt, den Rest als verzinstes Darlehen. Wer sich selbstständig macht, kann zwei Drittel dieses Kredits erlassen bekommen.

Eine offizielle Broschüre mit diversen Rechenbeispielen gibt es im Internet (www.meister-bafoeg.info). Das kostenlose Heft kann auch bei der Gratis-Info-Hotline 0800-6223634 bestellt werden.

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