Belegschaften

Mehr Flexibilität


Bayerns Unternehmen nutzen die Zeitarbeit

Nürnberg/Ingolstadt. Das Wirtschaftswachstum lässt nach. Und die Erwartungen der Unternehmen in der bayerischen Metall- und Elektro-Industrie haben sich deutlich abgekühlt. Um sich gegen eine mögliche Konjunkturschwäche zu wappnen, ist nun Flexibilität besonders gefragt.

„So können wir schnell reagieren“

Für die Beweglichkeit der Betriebe spielt Zeitarbeit eine wichtige Rolle. Etwa für Leoni in Nürnberg, Hersteller von Bordnetzen für Autos und von Kabeln. Wegen der guten Auftragslage in den vergangenen zwei Jahren haben die Franken die Kapazitäten in der Produktion aufgestockt – auch mit Zeitarbeitern.

„Andererseits können wir so auf einen möglichen Geschäftseinbruch schnell und mit relativ geringen Kosten reagieren“, sagt Sven Schmidt, der Sprecher von Leoni. Das Unternehmen setzt derzeit rund 200 Zeitarbeiter ein – zusätzlich zu seinen 4.000 fest angestellten Beschäftigten in Deutschland.

Der Anteil liegt also bei rund 5 Prozent – wie in der gesamten bayerischen M+E-Industrie. Dort ist nach Schätzungen der Arbeitgeber-Verbände bayme und vbm die Zahl der Zeitarbeiter 2011 um 3.000 auf rund 42.000 gestiegen. Die Zahl der fest angestellten Beschäftigten legte um 26.000 auf 754.000 zu.

Diese Entwicklung spricht gegen die Befürchtung, Zeitarbeit verdränge Stammkräfte. Im Gegenteil: Leihkräfte haben die Chance auf eine feste Anstellung.

„In der Regel beschäftigen wir Zeitarbeiter für sechs bis zwölf Monate“, berichtet Leoni-Sprecher Schmidt. „Wenn die Aufträge im jeweiligen Fertigungsbereich auf hohem Niveau bleiben, übernehmen wir dann die eine oder andere Kraft.“

Das macht um Beispiel auch Audi. Der Autohersteller hat 2011 an seinen beiden deutschen Standorten Ingolstadt und Neckarsulm insgesamt mehr als 400 Zeitarbeitern ein festes Arbeitsverhältnis angeboten.

Das wird als „Klebeeffekt“ bezeichnet. Der war nach Informationen des Bundesarbeitgeberverbands der Personaldienstleister, der die Zeitarbeitsfirmen vertritt, 2011 so hoch wie noch nie: Etwa ein Drittel aller Zeitarbeiter in Deutschland wurde fest übernommen. In den Jahren zuvor hatte die Quote bei 20 bis 25 Prozent gelegen.


 

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